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wegung der inländischen Besitzinteressen, die über ihr
Schicksal selbst bestimmen wollten ohne Einmischung der
kommerziellen Klassen Großbritanniens. Die Verfassung
der Vereinigten Staaten wie der verschiedenen Einzel-
staaten und die Gesetze waren, wie weiter dargestellt
worden ist, sämtlich durch die Interessen, Zwecke und
Vorurteile der Besitzenden beeinflußt, die denen der Nicht-
besitzenden entgegengesetzt waren. Zunächst diktierten
die Grundbesitzer und die Reeder die Gesetze. Dann
bildete sich aus diesen beiden Klassen und den Groß-
händlern eine dritte Klasse, die Banken, die nach einer
fortdauernden Orgie der Bestechung zu großer Macht
gelangten. Zu gleicher Zeit nahmen andere Klassen Be-
sitzender in verschiedener Art an der Beeinflussung der
Regierung teil. Eine dieser Klassen war die der Sklaven-
halter im Süden, welche nur um so verzweifelter ihre Klauen
in die Regierung schlugen, je mehr ihre Einrichtungen be-
droht wurden, Auch die Fabrikbesitzer standen nicht
zurück, Wie erbittert auch die Interessen der Besitzenden
gegeneinander um die Oberherrschaft kämpften, so gab
es doch nie eine Zeit, wo die Mehrzahl der Kongreßmit-
glieder, der Parlamente oder der Richter nicht die Interessen
oder Ideale einer oder mehrerer dieser Gruppen der be-
sitzenden Klassen vertreten hätte.
Schließlich bildete sich aus den Grundbesitzern, den
Sklavenhaltern, den Bankiers, den Reedern, den Fabrik-
besitzern und Großhändlern eine neue Klasse von großer
Macht, nämlich die Klasse der Eisenbahnbesitzer. Von
1845—18090 war dies die einflußreichste regierende Klasse
in den Vereinigten Staaten, und sie verlor erst an Ein-
fluß, als die industriellen Truste immer mächtiger wurden
and die Zeit kam, da ein einziger Trust, die Standard-Oil-
Company, ungeheure Eisenbahnlinien allein besaß.
Die Lage der Nichtbesitzenden
Hier ist nicht der Platz für einen ausführlichen Bericht
über die industrielle Entwicklung der Vereinigten Staaten.
Wir können uns hier nicht damit aufhalten, einen genauen