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die Arbeiter protestierten, wenn sie ihre Lage zu verbessern
gedachten, indem sie sich zu dem gemeinsamen Vorgehen
zusammenschlossen, das als Streik bezeichnet wird, wurden
sie von demselben Gesetz als Verbrecher abgeurteilt. Die
ganze Macht des Gesetzes mit Polizei, Militär und Richtern
wurde gegen sie mobil gemacht und trieb sie entweder
an ihre Arbeit zurück oder steckte sie ins Gefängnis.
Die Verhältnisse, unter denen die Kapitalisten ihre Ge-
winne erzielten und die Arbeiter sich abmühen mußten,
waren für die Arbeiter sehr ungünstig. Der damalige
Arbeitstag währte von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
Im allgemeinen bedeutete das, besonders in den Jahres-
zeiten mit den langen Tagen, zwölf und sehr oft vierzehn
und sechzehn Arbeitsstunden täglich. Und doch sahen
die sogenannten Staatsmänner jener Zeit und die angeb-
lich kultivierten und verfeinerten Klassen in dieser Aus-
nutzung nichts Unrechtes. Der Grund lag klar auf der
Hand. Ihre Macht, ihre eleganten Häuser, ihre Seiden
und Samte, ihre Equipagen und ihre Zerstreuungen, alles
basierte auf dem Schweiß und Blut dieser sogenannten
freien weißen Männer, Frauen und Kinder im N orden, die
noch schwerer arbeiten mußten als der schwarze Sklave
des Südens und an die nicht entfernt so viel Fürsorge
und so viele Gedanken verschwendet wurden wie an den
schwarzen Sklaven. Die Kapitalisten des Nordens hatten
ein viel wirksameres Sklavereisystem als die des Südens,
ein System, dessen wirtschaftliches Übergewicht das der
Sklavenhaltung zerstören sollte.
Die meisten Geschichtschreiber, die sich die intellek-
tuelle Unterwürfigkeit zur Richtschnur nahmen, welche die
herrschenden besitzenden Klassen von ihnen verlangten,
stellen mit Vorliebe jene Epoche als „die gute alte Zeit“
hin, wo die Kapitalisten mildtätig und liebenswürdig wa-
ren und die Arbeiter in Frieden und Überfluß lebten.
Eine unaufhörliche Fehde
Die Geschichte ist insofern in der Hauptsache eine In-
stitution zur Verbreitung von Lügen gewesen. Tatsache ist,