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daß seit Tausenden von Jahren, seit das System des pri-
vaten Besitzes entstand, eine unaufhörliche, unerbittliche
Fehde zwischen Unterdrückern und Unterdrückten be-
standen hat. Abgesehen von den Klassenunterschieden und
den Härten, die in diesem Lande in den Zeiten der Be-
siedlung und Kolonisierung eingeführt wurden — in ei-
nem früheren Kapitel ist hierüber berichtet worden — ist
das ganze neunzehnte Jahrhundert und das zwanzigste bis
auf diesen Tag ein andauernder industrieller Kampf ge-
wesen. Dies war der wirkliche Krieg der modernen Zeit.
In diesem Kampf hatten die besitzenden Klassen von
Anfang an einen großen Vorsprung. Jahrhunderte der
Herrschaft hatten sie gelehrt, daß die Kontrolle der Re-
gierung das Geheimnis der Oberherrschaft sei. Dadurch,
daß sie die Regierung in der Hand hatten, hatten sie die
Macht, Gesetze zu geben und diese Gesetze durchzuführen
oder nicht durchzuführen, hatten Polizei, Armee, Flotte,
Gerichtshöfe, Zuchthäuser und Gefängnisse unter sich —
all diese furchtbaren Instrumente; mit denen jeder Ver-
such eines Protestes auf friedliche oder nicht friedliche Art
unterdrückt wird. "Trotz dieser Anhäufung von Macht
und Gewalt ist die arbeitende Klasse niemals passiv oder
gefügig gewesen. Sie hat sich übers Ohr hauen lassen; sie
hat es sich gefallen lassen, daß ihre Reihen durch verräte-
tische Angriffe gesprengt wurden, sie ist oft in kritischen
Zeiten blind gewesen und hat niemals eine ernstliche An-
strengung gemacht, sich der großen strategischen Haupt-
punkte — der Regierungsmacht — zu bemächtigen. Trotz-
dem, trotz dieser Fehler, ist sie in einem Zustande stän-
diger Auflehnung gewesen, und die Tatsache, daß es so
war, daß ihre Bestrebungen nicht durch Kerker, Gefäng-
nisse und Kanonen, nicht durch Unterdrückung und Hunger
zu ersticken waren, ist die preiswürdigste Leistung in den
Annalen der Menschlichkeit.
Der Kampf der Arbeiter um bessere Lebensbedingungen
Wieder und wieder versuchten die Arbeiter, einige ihrer
Ketten abzuwerfen, und jedesmal wurde die ganze Macht