waren erfolgreich, aber ihre Resultate waren, was die Löhne
betrifft, belanglos; die den Arbeitern gewährte Zulage ent-
sprach keineswegs den erhöhten Unterhaltskosten.
Ein kommerzieller Freibeuter
Die Ausbeutung der Arbeiter indessen ist für seine Erfolge
als Geldmacher ohne Belang. Viele andere Männer taten das
gleiche und wurden doch durch die Wechselfälle des Geschäfts-
lebens ruiniert; es gab viele Wracke im Fahrwasser des
Geschäftslebens. Vanderbilts Erfolg beruhte auf seiner Vernich-
tungstaktik gegen seine Konkurrenten. Er galt allgemein als
der Freibeuter unter den Reedern. Er sah in aller Ruhe zu, wie
andere Männer einträgliche Dampferlinien einrichteten, dann
ersann er Methoden, die eine unvermeidliche Alternative stell-
ten: entweder mußten seine Konkurrenten ihm ungeheure
Abgaben bezahlen, oder aber er bekam die unbestrittene Ober-
herrschaft. Sein Hauptbiograph, Croffut, dessen Ausfüh-
rungen eine einzige Kette von Lobeserhebungen sind, stellt
diese Methode als Beweise eines großen Scharfsinns hin und
fährt fort: „Seine schwache Seite war die ‚Opposition‘; wo
immer sein scharfes Auge eine Linie entdeckte, die mit großem
Gewinn arbeitete, kehrte er sich gegen sie und drückte sie an die
Wand, indem er zu niedrigerem Tarif bessere Leistungen
bot!).“ Diese Behauptung ist nur teilweise zutreffend; was
sie unterdrückt, ist bezeichnender als das, was sie ausdrückt.
Weit entfernt davon, das „schöpferische Genie“ zu sein,
als das er in jedem biographischen Werke dargestellt wird,
war Vanderbilt der bedeutendste kaufmännische Pirat und
kommerzielle Gauner seiner Zeit.
So hart diese Bezeichnungen klingen, sie sind durch die
Tatsachen mehr als gerechtfertigt. Seine Verehrer entwerfen,
gerade wie die anderer: reicher Männer, zur Erbauung der
Nachwelt ein schönes Bild von einem großzügigen, edel-
gesinnten Manne, dessen hervorstechende Tugend Ehrenhaf-
tigkeit war und dessen Geschicklichkeit in der Erschließung
und Ausdehnung der Einnahmequellen des Landes durch ein
s 1) „The Vanderbilts and the Story of their Fortune‘, W. A. Croffut, 1886,
: 45—46,