fullscreen: Finanzwissenschaft

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5. Buch. Der Staatskredit. 
da in diesem Jahre gegen Gutstehung der Stände ein Anlehen 
zustande kam, welches daher im wahren Sinne des Wortes ein Staats- 
anlehen war und damit geschah es zum ersten Male, daß die 
Schuldpapiere mit Coupons versehen wurden. In diese Zeit fällt 
eine Zinsenreduktion, in deren Folge der Zinsfuß auf 4 Prozent 
herabgesetzt wurde. Auch die Tilgung wurde energischer fortge 
setzt. Aber bald wurde das Staatsschul den wesen durch die Aus 
gabe von Papiergeld in eine gefährliche Richtung gedrängt, welche 
den Staat an den Rand des Bankerottes brachte. Erst im Anfange 
des 19. Jahrhunderts gelang es durch Errichtung der österreichi 
schen Nationalbank und der ihr anvertrauten Einlösung des Papier 
geldes dem Übel einigermaßen zu steuern. Die folgende Periode 
charakterisiert insbesondere die angestrebte Tilgung der bestehen 
den Anlehen, namentlich mit Hilfe des öfters von neuem organi 
sierten Tilgungsfonds. Ein wichtiges Ereignis war die Aufnahme 
des sogenannten Nationalanlehens (1854), mit welchem an den Pa 
triotismus der Bevölkerung appelliert wurde. Die Einzahlung konnte 
in fünf Jahren in zehn Raten erfolgen, außerdem wurden andere 
Erleichterungen gewährt, namentlich Beamten, Militärs usw. Im 
ganzen wurden 611 Millionen Gulden emittiert; an der Subskription 
nahmen mehr denn 1 % Millionen Menschen teil. Der Subskriptions 
kurs war 95. Eine Spezialität Österreichs ist es gewissermaßen, 
daß bei Emission von Anlehen öfters auf die Spielleidenschaft spe 
kuliert wurde, daher Prämienanlehen. Im Jahre 1868 erfolgte die 
Unifizierung der Staatsschulden verschiedenen Charakters und 
zwar als Rentenschuld. Die günstigen Verhältnisse der letzten 
Jahre wurden zu bedeutenden Konversionen benutzt. 
Die Zunahme der Staatsschuld zeigt folgende Zusammen- 
Stellung Menu’s: 
1522 
2 Millionen Gulden 
1612 
30 
71 77 
1711 
61 
71 11 
1755 
118 
11 11 
1800 
605 
11 11 
1810 
650,2 
11 11 
1847 
1131,1 
11 11 
1858 
2036,5 
11 11 
1867 
3025,3 
11 11 
5. Das Initiale des ungarischen Staatskredites bildet das 
Jahre 1868 aufgenommene Eisenbahnanlehen, mit welchem 
Grundstein zum 
ungarischen Staatsbahnnetz niederglegt wurde.
	        
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