befragt zu werden. Im Gegenteil wurden sein Prestige und
seine Macht um so größer und seine Stellung um so glänzen-
der, je mehr Millionen er zusammenbrachte. Die herr-
schende Gesellschaft, die nur von Geldwerten beeinflußt
wurde, begrüßte ihn als einen erfolgreichen Mann, der seine
Millionen besaß, und sie stellte keine neugierigen Nach-
forschungen an, wie er in ihren Besitz gekommen war. Er
war ein unantastbarer Mann; seine Schurkereien wurden
als große Geschicklichkeit, seine gemeinen Intrigen als
bewundernswerte Weisheit angesehen.
Gould ‚betrügt Vanderbilt
Vanderbilt beschloß, Drew die Erie-Eisenbahn zu ent-
winden. Nachdem er heimlich ihre Aktien aufgekauft hatte,
war er 1866 in der Lage, seine Absichten auszuführen. Er
setzte Drew und seine Direktoren ab; da er aber Drews Ver-
wendbarkeit erkannte, stellte er ihn wieder an unter der Be-
dingung, einzig für die Vanderbiltschen Interessen zu arbei-
ten. Daraufhin stellte Drew als Mitdirektoren zwei junge,
damals unbekannte Leute an, von denen die Welt viel hören
sollte — James Fisk jr. und Jay Gould. Das Nähere darüber,
wie diese Männer sich gegen. Vanderbilt verbündeten, wie
sie ihn bei jeder Gelegenheit betrogen und überlisteten,
sich. als aller Ränke Meister zeigten, ihm große Mengen ge-
fälschter Aktien verkauften, ihn in den Bestechungskünsten
äbertrafen, mehr als 50 Millionen Dollar unterschlugen und
— Gould wenigstens — den Hauptraub behielten, findet
sich in dem Kapitel über das Gouldsche Vermögen, wo von
Goulds Laufbahn in Zusammenhang mit der Erie-Fisen-
bahn die Rede ist.
Getäuscht in seinem eifrigen Bestreben, die Eisenbahn in
seine Oberhoheit zu bekommen — wodurch er viele Millio-
nen Dollar verdient hätte, indem er das Aktienkapital auf
betrügerische Art erhöhte und dann das Parlament bestach,
wie Gould es tat —, setzte Vanderbilt unverzüglich einen
Plan in Szene, der ihm 44 Millionen Dollar abwarf, wovon
der größere Teil seinem Vermögen zufloß.
Das Jahr 1868 wurde ein besonders tatenreiches für