Aufruhr unter der gewerbetreibenden Klasse
Vanderbilt sah die Opposition der verschiedenen Gruppen
dieser Klasse voraus. Er war völlig im klaren darüber, daß
in dem Moment, wo er mit einer Konsolidierungsidee an die
Öffentlichkeit trat, überall die Handelsvertretungen gegen
ihn Front machen, Anschuldigungen gegen ihn erheben,
Massenversammlungen einberufen, die Unerläßlichkeit der
Eisenbahnkonkurrenz betonen und Abgeordnete an den
Kongreß schicken würden. Mögen sie toben, sagte Vander-
bilt gleichmütig. Während sie ihre Wut in Reden ausließen,
würde er in Albany eine Menge schweigender Argumente
in Gestalt von Geld konzentrieren und sich die nötige
Stimmenzahl sichern; das war seine ganze Sorge.
Nun spielte sich eine der vielen Komödien ab, die dem
Beobachter parlamentarischer Vorgänge vertraut sind. Es
war amüsant, mit anzusehen, wie Abordnungen sich nach
Albany begaben und umfangreiche Schriftstücke über-
reichten, welche die Parlamentarier überhaupt nicht lasen,
und mit ungeheurer Wichtigkeit den bereits bestochenen
Kommissionen stundenlange Vorträge hielten. Es war zu
Tweeds Zeiten, als die öffentlichen Geldmittel der Stadt
und des Staates New York in großem Maßstabe von den
herrschenden „Politikern“ geplündert wurden und weit
mehr noch durch die kommerziellen Klassen, die T'weed und
Genossen zu neuen Raubzügen animierten.
Ein legalisierter Diebstahl von 44 Millionen Dollar
Ein Gesetz nach dem anderen wurde von Vanderbilt 1868
und 1869 in der Staatslegislatur durchgesetzt. Am 20. Mai
1869gerhielt er durch einen einzigen Erlaß das Recht, die Eisen-
bahnen zu verschmelzen, ferner eine kostenlose Konzession
und andere Privilegien, die Hunderte von Millionen wert
waren; auch das Aktienkapital durfte er ungeheuer erhöhen.
Die Druckereien mußten Überstunden machen, um die
neu ausgegebenen Aktien im Betrage von 44. Millionen Dollar
herzustellen. Das Aktienkapital der beiden Bahnlinien
wurde also verdoppelt. Obwohl Vanderbilt behauptete,