Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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schiedene ihrer Eisenbahnaktien waren von persönlichen 
Steuern befreit, die Eisenbahnobligationen aber galten als 
versteuerbarer Privatbesitz. Jahr um Jahr hatte William 
H. Vanderbilt den Meineid geleistet, daß sein persönlicher 
Besitz 500 000 Dollar nicht übersteige. Mehr als diesen Be- 
trag wolle er nicht versteuern. Als bei seinem Tode sein 
Testament der Öffentlichkeit seinen Vermögensstand offen- 
barte, machte die Einkommensteuerkommission der Stadt 
New York den scheinbaren Versuch, einige der Millionen 
einzuziehen, um die er die Stadt betrogen hatte. Da trat 
der willfährige Depew, der in der Hörigkeit der Vanderbilt- 
generationen alt und grau geworden war, mit seiner Dro- 
hung hervor, „Er teilte nur mit,“ führt Michael Cole- 
man, der Vorsitzende der Kommission, aus, „daß, wenn wir 
versuchten, zuviel herauszupressen, er Maßnahmen treffen 
würde, durch welche die meisten Wertpapiere unserem 
Bereich so entrückt würden, daß wir sie nicht besteuern 
könnten. Die Familie Vanderbilt könne alles, was sie habe, 
in steuerfreie Papiere konvertieren, wie z. B. in Obliga- 
tionen der New Yorker Zentraleisenbahn, in Staats- und 
Stadtobligationen, in Aktien der Delaware- und Lacka- 
wanna- sowie der Delaware- und Western-Eisenbahn, und 
keinen Dollar bezahlen, wenn sie es nicht wolle‘), 
Die Vanderbilts bezahlten also der Stadt nur einen kleinen 
Teil der schuldigen Summe; der größte Teil des Besitzes 
blieb wie bisher steuerfrei; dies Vorgehen entsprach nur 
dem der ganzen besitzenden Klasse, wie 1890 vom Städte- 
ausschuß des New Yorker Senats untersucht wurde. 
Testamentarische Verfügung über 200 Millionen Dollar 
William H. Vanderbilt vermachte nicht wie sein Vater 
den größeren Teil seines Vermögens einem Sohne. Er 
hinterließ jedem seiner beiden Söhne, Cornelius und William 
K. Vanderbilt, so Millionen Dollar. Durch die Erbschaft 
schwoll ihr Privatvermögen auf 100 Millionen Dollar an — 
etwa dieselbe Summe, die ihr Vater selbst geerbt hatte. 
Die verbleibenden 100 Millionen Dollar wurden in William 
1) „The New York Senate Committee of Cities,“ 1890, Bd. 3, 5. 2355.
	        
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