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Baracken, welche die Bergarbeiter bewohnten, „dienten
ebenfalls,‘ führt Mitchell an, „als Erpressungsmittel und
in vielen Fällen als Waffe gegen die Bergarbeiter‘“. Wenn
sich die Bergleute beschwerten oder streikten, wurden sie
unerbittlich aus ihren Behausungen „ausgetrieben‘“. Auch
sonst gab es viele Arten der Ausbeutung. Im ganzen Jahre
arbeiteten die Bergleute durchschnittlich nur 190 Tage —
mit zehn Arbeitsstunden täglich — und wurden natürlich
nur für diese Arbeitszeit bezahlt. Nach Spahr arbeiteten
350 000 Bergleute für einen durchschnittlichen Jahreslohn
von 350 Dollar?).
Dies Sklavereisystem stand in voller Blüte, als die Eisen-
bahnen viele der kleinen Unternehmer ausdrängten und
gewaltsam die Gruben in ihren Besitz brachten. Vergeblich
ersuchten die Arbeitergewerkschaften die Eisenbahnmagna-
ten um irgendwelche Abhilfe. Die Magnaten schlugen ihnen
alles kurz ab und erweiterten ihre Macht in jeder Richtung.
Die Vanderbilts gewannen bedeutenden Einfluß in der
Delaware- und Hudson-Eisenbahn sowie in der Delaware-,
Lackawana- und Western-Eisenbahn, welche sich der reich-
sten Kohlenlager im Bezirk Wyoming bemächtigt hatte;
auch in der Leitung der Lehightal-Eisenbahn bekamen die
Vanderbilts die Oberhand.
Die bedeutendste Eisenbahn mit Kohlengrubenbesitz in-
dessen, die sie mit anderen Magnaten in Händen hatten,
war die Philadelphia- und Reading-Eisenbahn. Ihr gehört
wenigstens die Hälfte der Anthrazitkohlenlager von Penn-
sylvania. William H. Vanderbilt hatte vor Jahren eine Be-
teiligung daran erworben, aber die tatsächliche Leitung
lag in den Händen einer Gruppe von Kapitalisten zweiten
Grades aus Philadelphia, die 300 000 Anteile besaßen.
Zum Unglück für diese Gruppe war für die Philadelphia-
und Reading-Eisenbahn ein Präsident gewählt worden, ein
gewisser Arthur A. McLeod, der nicht nur schrankenlos
ehrgeizig, sondern unbesonnen genug war, den Weg der
wirklich mächtigen Magnaten zu kreuzen.
Mit ungeheurem Vertrauen in seine Pläne und seine Ge-
schicklichkeit, sie auszuführen, ging er daran, die Anthrazit-
1) The Present Distribution of Wealth in the United States, S. 110 f,