Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

kohlengewinnung zu monopolisieren und die Reading-Eisen- 
bahn zu einer großen Stammlinie zu machen. Um dies 
Monopol zu verwirklichen pachtete er einige Kohlentrans- 
portbahnen und machte mit anderen einen „ehrenwört- 
lichen Vertrag‘; in Verfolgung seiner Politik, die Bedeutung 
der Bahn zu heben, borgte er große Summen für die Erbau- 
ung neuer Bahnhöfe und Anschlußgleise und für die Aus- 
stattung. 
Al diese Pläne aber waren den Zielen und Wünschen 
der viel bedeutenderen Magnaten sehr hinderlich. Diese 
erkannten sofort die verblüffenden Möglichkeiten eines 
Kohlenmonopols — das Hunderte von Millionen Profit 
bringen würde — und faßten den Entschluß, daß sie und 
niemand anders sich dies Monopol sichern wollten.  Fer- 
ner hatte McLeod in seinem Bestreben, eigene Bahnver- 
bindungen mit den dichtbevölkerten Industriebezirken New 
Englands herzustellen, mit Hilfe verschiedener kleiner 
Eisenbahnen eine vollständige Linie von den Kohlenlagern 
Pennsylvanias bis in das Herz New Englands errichtet. 
Damit überschätzte er seine Macht. Er mußte bald er- 
sgennen, wie töricht es war, die Interessen der Magnaten 
zu kreuzen. 
Die Methode 
Die beiden Mächte, welche die großen Eisenbahnen der 
New England-Staaten unter sich hatten, waren die Vander- 
bilts und J. Pierpont Morgan. Dem einen gehörte die 
New Yorker Zentralbahn, der andere beherrschte die New 
York-, New Haven- und Hartford-Eisenbahn. Aber auch die 
Pennsylvania-Eisenbahn war durchaus nicht gesonnen, einen 
3o mächtigen Konkurrenten in ihrem eigenen Bezirk zu 
dulden. Diese Magnaten sahen mit ungeheurem Staunen 
auf die Frechheit dieses Eindringlings. Obwohl diese beiden 
Mächte bisher beständig miteinander um die Übermacht 
zekämpft hatten, machten sie jetzt gemeinsame Sache. 
Sie alle trafen Vorbereitungen, McLeod zu stürzen 
und die Eisenbahn, deren Leiter er war, zum Bankrott zu 
treiben. Hierdurch würden sie drei höchst wichtige Ziele
	        
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