Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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Geistern der Massen mit den anderen überlieferten Lebensanschauungen
 eingeflößt wurden, die sie zu willenlosen
Opfern für die Raubgier ihrer Ausbeuter machen sollten.
Diese „oberen Klassen“ diktierten die Gesetze; und die
Gesetze bewiesen (wie auch heute noch), wie diese vornehmen
 Moralisten in Wahrheit gegen die Armen gesonnen
waren. Armut wurde offenkundig als Verbrechen hingestellt.
 Die Verarmten wurden vom Gesetz als Bettler angesehen,
 und der Ausdruck Bettler war so anstößig und die
Behandlung des Bettlers so demütigend, daß zahllose Arme
lieber Not litten und schweigend starben, als daß sie die
karge und verletzende Hilfe der Öffentlichkeit angerufen
hätten, die ihnen nur zuteil wurde, wenn sie sich selbst als
Bettler bekannten.
Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, hohes Alter und sogar ein
normales Leben in Armut war eine erschreckende Aussicht.
Die einzig sichere Möglichkeit, dem zu entgehen, war,
Reichtümer zu erwerben. Die einzige Sicherheit war Reichtum,
 vorausgesetzt, daß sein Besitzer ihn gegen die Raublust
seiner eigenen Klasse schützen konnte, Alle Einflüsse wirkten
 dahin, den Menschen zu verzweifelten Versuchen anzuspornen,
 dem Schimpf und der Sklaverei der Armut zu entgehen
 und durch Reichtum wirtschaftliche Unabhängigkeit
and eine soziale Stellung zu erlangen.
Wie aber war dieser Reichtum zu erringen? Hier vereinigten
 sich Einflüsse anderer Art mit den vorigen, um
alle Zweifel, Bedenken und Widerstände, die der Emporstrebende
 haben mochte, zu verscheuchen oder zu unterdrücken.
 Der verdienende Jüngling sah bald ein, daß die
Arbeit für den Profit anderer ihm selbst nichts als Armut
brachte oder günstigstenfalls einige kärgliche Ersparnisse,
die beständig gefährdet waren. Um reich zu werden mußte
er nicht nur seine Mitmenschen ausplündern, sondern durfte,
das sah er ein, in seinen Methoden nicht wählerisch. sein.
Diese Lehre wurde von der ganzen kapitalistischen Klasse
überall wirksam und energisch erteilt.
Die konventionellen Schriftsteller haben mit großer
Entrüstung auf Goulds Bestechungen der Parlamente und
seine Betrügereien und Schwindeleien hingewiesen. Ohne
            
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