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wieder auf die Korruption einzugehen, die weit zurückreicht
and bereits vor seiner Zeit existierte, wollen wir einfach
einige der Verhältnisse schildern, die er als junger Mensch
mit ansah oder die in seiner Jugend allgemein verbreitet
waren.
Welchen Geschäftszweig man auch nimmt, man findet
immer, daß Reichtum nicht nur durch betrügerische Me-
thoden aufgehäuft wurde, sondern auch durch Methoden,
die oft eine tatsächliche Gefahr für das menschliche Leben
bedeuteten. Die Methoden waren die gleichen bei großen
oder kleinen Kaufleuten und unterschieden sich nur durch
ihren Umfang.
Betrug im ganzen Geschäftsleben
Eine Kongreßkommision, die 1847/48 den Verkauf von
Arzneien nachprüfte, stellte fest, daß es kaum einen Engros-
oder Detaildrogisten gab, der nicht wissentlich gefälschte
Arzneien verkaufte, die eine Gefahr für das menschliche
Leben bedeuteten. Dr. M. J. Bailey, Arzneiinspektor im
New Yorker Zollamt, war einer der vielen Sachverständigen,
die Zeugnis ablegten. „Mehr als die Hälfte von vielen der
wichtigsten chemischen und medizinischen Präparate,‘
sagt Dr. Bailey, „ebenso wie große Mengen Roharzneistoffe
kommen in so verfälschtem Zustande zu uns, daß sie als
Medizin nicht nur wertlos; sondern oft gefährlich sind.“
Diese Arzneien wurden überall in den Vereinigten Staaten
zu hohen Preisen verkauft!). Nirgends findet sich eine Notiz
über ein strafrechtliches Verfahren gegen die Leute, die
aus dem Verkauf dieser giftigen Arzneien ihren Gewinn
zogen.
Bei Herstellung und Verkauf patentierter Medizinen
wurden riesige Betrügereien verübt. Damals hatten die
Zeitungen (verhältnismäßig) mehr Nutzen von der Annon-
zierung patentierter Medizinen als heute, und obwohl durch
1) Report of Select Committee on the Importation of Drugs. House Reports,
Thirtieth Congress, First Session, 1847—1848, Report No. 664, S. 9. Ein vorher-
gehendes Kapitel behandelt andere Auszüge aus diesem Bericht, in denen diese
Betrügereien im einzelnen behandelt sind.