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eine Kongreßkommission die Natur dieser Geheimmittel
aufgedeckt war, brachten die Zeitungen fortgesetzt diese
betrügerischen Anpreisungen.
Nach einem ausführlichen Bericht über die gefälschten
und gefährlichen Zutaten, die für eine große Zahl paten-
tierter Medizinen gebraucht wurden, fuhr die Justiz-
kommission. des Hauses der Abgeordneten in ihrem Bericht
vom 6. Februar 1849 fort: „Die Zeitungen veröffentlichten
ausnahmslos diese Anpreisungen und Versprechungen. Der
jährliche Annoncenbetrag für Brandeth’ Pillen belief sich auf
100 000 Dollar. Morrison bezahlte mehr als das Doppelte
für die Ankündigung seiner todbesiegenden Hygiene.“ Die
Kommission führte aus, daß Morrisons Arzneien häufig
stark wirkende Gifte enthalten hätten, und fährt dann fort:
„Morrison ist vergessen, und Brandeth ist auf dem gleichen
Wege. T. W. Conway erwarb, nach der äußersten Armut,
Millionen durch den Verkauf seiner Arzneimittel und fuhr
sechsspännig im Triumph durch die Straßen von Boston.
Ein Stalljunge in New York schwang sich zu einem der reich-
sten Männer in Philadelphia auf durch den Verkauf eines
Universalmittels, das Quecksilber und Arsen enthielt.
Zahllose ähnliche Fälle können aufgeführt werden?).“ Nicht
wenige der heutigen Multimillionäre verdanken ihren Reich-
tum den ungeheuren Verdiensten, die ihre Väter und Groß-
väter bei der Herstellung und dem Verkauf dieser giftigen
Medizinen erzielten.
Der Ertolg ist alles
Die Schwindeleien unter den Kaufleuten und Fabri-
kanten waren noch viel umfangreicher. In Friedenszeiten
waren sie schon verabscheuungswürdig genug, in Kriegs-
zeiten aber waren sie unsagbar abstoßend und gemein.
Während des mexikanischen Krieges lieferten die Schuh-
fabrikanten des Nordens dem Heer Schuhe, die so minder-
wertig waren, daß sie im Privathandel nicht verkauft wer-
den konnten: diese Schuhe stellten sich als so absolut wertlos
1) Report Nr. 52, Reports of Committee, Thirtieth Congress, Second Session,
Bd. ı, S. 231.