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ungeheuren Preisen an die Regierung verkauften. Er be-
kannte, daß er mit verschiedenen der Einzelstaaten Ver-
träge über diese wertlosen Waffen in Höhe von 600 000
Dollar abgeschlossen habe?).
Der begeisterte Patriot und philanthropische Multimillio-
när unserer Tage, J]. Pierpont Morgan, profitierte, wie wir
sehen werden, ebenfalls von dem Verkauf der Hallschen
Karabiner an die Regierung während des Bürgerkrieges.
Eine der Kongreßkommissionen, welche die Lieferungs-
verträge für Waffen und Ausrüstung nachprüfte, fand augen-
scheinliche Beweise für riesige Betrügereien. Es wurden un-
geheure Summen erpreßt für wertlose Zelte; die Soldaten
behaupteten, „sie blieben ohne diese Zelte besser trocken,
als wenn sie darunter lägen?).“ Auch bei den Warenliefe-
rungen an die Arsenale wurde viel betrogen. Ein Fabrikant
besonders, Charles C. Roberts, hatte vertraglich 50 000
Tornister und 50 000 Schnappsäcke zu liefern. „Mit jedem
dieser Tornister wurde die Regierung betrogen,‘ bemerkt
ein Sachverständiger, „denn sie waren nicht aus Leinen?).“
Eine Kongreßkommission stellte fest, daß die vertragsmäßig
gelieferten Waren entweder schädlich oder unbrauchbar
waren. Hauptmann Beckwitt, ein amtlicher Kommissar,
bestätigte, daß der Kaffee „absolut zu nichts zu gebrauchen
und wertlos sei‘,
„Es scheint eine Mischung von gerösteten Erbsen, Lakrit-
zen und verschiedenen anderen Substanzen zu sein, mit
nur so viel Kaffee dazwischen, daß ein Aroma und Geschmack
davon vorhanden ist%).“
Diese Kommission schaffte noch weitere Beweise, die
bekundeten, wie alle anderen Waren von der gleichen
schlechten Qualität gewesen seien. Schließlich schilderte sie
auch, wie die Eisenbahnen bei Frachtbeförderungen von der
Regierung 50 Prozent mehr erhoben hätten als von privaten
Personen®). Simon Cameron, der Leiter der korrupten Po-
litik von Pennsylvania und gleichzeitig Leiter einer Fisen-
1 a.a. O.
?*) House Report No, 64 etc., 1862—1862, 5. 6.
“aa. O0.
‘) House Report No. 2. etc., 1862—1863, Bd. 2, 5. 1459.
“ a.2a.0. Bd. 24.