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wurden hingemetzelt und Legionen von Haushalten zer-
stört, aber für die Bankiers war es eine reiche und sichere
Zeit; die Banken waren sehr häufig in der Lage, Dividenden
von 20, 40 und bisweilen sogar 100 Prozent auszuschütten.
Gould sah, wie all die anderen Geldjäger zu ihrem Ver-
mögen kamen; und die Methoden, die er jetzt anwandte,
entsprachen nur den ihren, ein wenig kühner und brutaler
waren sie vielleicht, aber trotzdem nur eine Wiederholung
dessen, was seit langer Zeit in der ganzen Sphäre des Kapi-
talismus Brauch gewesen war.
Zehntes Kapitel
DIE ZWEITE EPOCHE DES GOULDSCHEN VERMÖGENS
D“< erste Schritt, durch den Jay Gould viele Millionen
in seinen Besitz brachte, war die Vernichtung der
Erie-Eisenbahn. Wenn die äußere Erscheinung als ein Maß-
stab für die Begabung anzusehen ist, so würde niemand auf
die Vermutung kommen, daß in Gould die Anlage zu einem
der kühnsten und geschicktesten finanziellen Freibeuter
steckte, der je existiert hatte. Etwa fünf Fuß sechs Zoll groß
und von schlankem Wuchs, machte er den Eindruck eines
milden, sanften Mannes von äußerster Schüchternheit.
Sein Gesicht war braun und von einem dicken schwarzen
Backenbart teilweise verdeckt; seine Augen waren dunkel,
listig und stechend, seine Stirn hoch. Seine Stimme war sehr
leise. sanft und einschmeichelnd.
Die orivate Kontiszierung der Erie-Eisenbahn
Die Erie-Eisenbahn, die von New York nach Buffalo und
von da westwärts nach Chikago geht, wurde 1832 gegründet.
Allein vom Staate New York, abgesehen von anderen Staaten,
bekam sie aus Staatsmitteln einen Zuschuß von 3 Millionen
Dollar und eine Hypothek von 3 217 000 Dollar, insgesamt
also 6 217 000 Dollar. Die Bezirke, Städte und Gemeinden,