Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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ging er zu Vanderbilt und bat ihn, einen alten Mann, der
sich gerade wie er selbst heraufgearbeitet habe, nicht auszudrängen
 und zu ruinieren. Diese Bitte fand Gehör. Wäre
der Bittsteller irgendein anderer gewesen, so hätte Vanderbilt
 ihn verhöhnt. Aber für den alten ungebildeten Viehhändler,
 dessen Laufbahn in so vieler Hinsicht seiner eigenen
ähnelte, hatte er im Grunde Sympathie. Seine Tränen und
Klagen hatten Erfolg; in einem Augenblick sentimentaler
Schwäche — einer Schwäche, die ihm teuer zu stehen kam —
ließ Vanderbilt sich erweichen. Es wurde ein Vertrag aufgesetzt,
 wonach Drew den Direktorposten wiederbekam
und Vanderbilts Interessen und Absichten zu vertreten hatte.
Als Drew sein Amt wieder angetreten hatte, zeigte
er eine Zeitlang eine absolute Unterordnung. Um
Vanderbilts Pläne ganz ausführen zu können, überredete er
den Magnaten, ihm zu gestatten, zwei Männer als Direktoren
 einzustellen, auf deren Gefügigkeit, sagte er, man sich
verlassen könne. Das war Jay Gould, der ernste und überall
beliebte, und James Fisk jr., ein stattlicher, protziger, verschwenderischer
 Bonvivant. In seinen jungen Jahren war
Fisk in Vermont Hausierer gewesen und hatte später einen
Wanderzirkus geleitet. Dann war er Börsenmakler geworden.
 So argwöhnisch und schlau der alte Vanderbilt war,
und obwohl er von vornherein ein Mißtrauen gegen diese
beiden Leute hatte, gestattete er Drew doch, aus irgendwelchen
 unerklärlichen Motiven, Gould und Fisk als Direktoren
 anzustellen. Er kannte Goulds Ruf und sah in ihm
nur wie in Fisk wahrscheinlich Werkzeuge, die seine
„schmutzige Hantierung‘“ ohne Fragen erledigen würden.
Er legte die Verwaltung der Erie-Bahn in Drews, Goulds
und Fisks Hände, In dieser Eigenschaft konnten sie Aktien
und Obligationen ausgeben, Verbesserungen veranlassen und
hatten überhaupt gänzliche Vollmacht.

Drew, Gould und Fisk betrügen Vanderbilt

Zunächst gaben sie sich den Anschein, als fügten sie sich
gehorsam Vanderbilts Wünschen. Da Vanderbilt es für
günstig hielt, möglichst viele Erie-Aktien zu kaufen, um
            
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