Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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seine Absicht kund, die Entschädigung zu zahlen. Gab das 
eine Sensation! Der Kurs der Erie-Aktien schnellte in die 
Höhe, und seine Makler verkauften große Mengen mit 
riesigem Profit für ihn. Die Aktionäre erklärten sich mit 
seinem Anerbieten einverstanden, die Erie-Bahn abzu- 
treten, und wollten Papiere und Aktien in Zahlung nehmen, 
die anscheinend einen Wert von 6 Millionen Dollar hatten. 
Aber als die Aktionäre ihre Klage zurückgezogen hatten, 
entdeckten sie, daß sie wieder betrogen waren. Die Summe, 
die Gould ihnen überwiesen hatte, hatte nur einen Markt- 
wert von 200 000 Dollar). 
1) Railroad Investigation usw., 1879, Bd. 3, S. 2503. Einer der sehr seltenen 
Fälle, wo es einem Opfer Goulds gelang, ihn zu einer Entschädigung zu zwingen, 
wird in folgender Anekdote erzählt, welche die Runde durch die Presse machte: 
Ein alter Freund kam zu Gould und erzählte ihm, es sci ihm gelungen, sich 
etwa 20 000 Dollar zu sparen. Er bat ihn nun um einen Rat, wie er das Kapital am 
besten anlegen könne, damit es für seine Familie absolut sichergestellt sei, Gould 
riet ihm, es in gewissen Aktien anzulegen, und versicherte ihm, daß die Anlage ein 
sicheres Einkommen gewähre und daß außerdem der Kurs in Kürze sehr steigen 
würde, 
Der Mann befolgte den Rat Goulds, aber die Papiere begannen sogleich zu fallen. 
Als sie tiefer und tiefer gingen und der Mann die ständig niedrigeren Preisnotierun- 
gen sah und darüber reden hörte, daß keine Dividenden gezahlt werden würden, 
fragte er bei Gould an, ob die Anlage noch gut sei. Gould erwiderte auf den Brief 
seines Freundes, daß die Gerüchte einer tatsächlichen Begründung entbehrten 
und nur eines Börseneffekts wegen in Umlauf gesetzt seien. 
Indes fielen die Aktien weiter. Jeden Tag sank der Preis an der Börse tiefer, 
und schließlich wurden die Gerüchte, daß die Direktoren keine Dividende verteilen 
würden, zur Tatsache. Der Mann sah. die Ersparnisse vieler Jahre in wenigen Mo- 
naten verloren gehen und erkannte, daß er ruiniert war. 
Wie vom Wahnsinn getrieben stürzte er an dem Nachmittag, als die Direktoren 
das Ausfallen der Dividende bekanntgaben, in Goulds Bureau und erklärte Gould, 
daß er in der gröbsten Weise betrogen und dadurch ruiniert sei und daß er ihn er- 
schießen werde. 
Augenscheinlich war er ganz irre und von dem Wunsch, seine Drohung auszu- 
führen, besessen. Gould wandte sich zu ihm und sagte: „Mein lieber —,“ 
indem er ihn beim Namen anredete, „Sie sind in einem großen Irrtum, Ihr Geld 
ist nicht verloren. Wenn Sie morgen früh auf meine Bank gehen, so werden Sie da- 
selbst einen Saldo von 25 000 Dollar zu Ihren Gunsten finden. Ich verkaufte Ihre 
Aktien vor einiger Zeit, vergaß jedoch, Sie davon in Kenntnis zu setzen.“ Staunend 
und zweifelnd sah der Mann ihn an und verließ sodann das Büro. 
Sobald er sich entfernt hatte, gab Gould der Bank Order, dem Mann 25 0006 Dol- 
lar auf seinem Konto zu kreditieren., Der Mann verbrachte zwischen Angst und 
Zweifel eine schlaflose Nacht, Als die Bank geöffnet wurde, war er der erste, und er 
war nahezu sprachlos, als der Kassierer ihm die Summe, die Gould am’Nachmittag 
vorher genannt hatte, aushändigte, BEE 
Gould war sich augenscheinlich darüber klar gewesen, daß der Mann entschlossen
	        
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