Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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der Schmied, die für 73 und 70 Cent schufteten — sie 
dachten, über ihre Arbeit gebeugt, über diese Ungerech- 
tigkeit nach. Sie konnten ihr Leben lang bei ehrlicher Arbeit 
schwitzen und Werte hervorbringen und doch eine ständige 
Beute der Armut sein — während einige Wenige sich durch 
Bestechung in den Besitz von Ländereien gesetzt hatten, 
die zehn- und zwanzigtausend Pfund wert waren. 
Befragt man historische Werke, so merkt man, daß darin 
auch nicht die leiseste Erkenntnis dieser tiefen Bitterkeit 
aufdäimmert, die die sogenannten niederen Klassen erfüllte, 
nicht die leiseste Andeutung des unaufhörlichen Kampfes 
zwischen der Landaristokratie und dem gewöhnlichen 
Volke, der bald schwelte, bald offen tobte. 
Den Widerstand der armen Kolonisten gegen das Hörig- 
werden und die Wegnahme des Landes schilderte der Gou- 
verneur von Massachusetts und New York Graf von Bello- 
mont deutlich in einem Brief vom 28. November 1700 
an die Lords des Handels. Er führte Klage darüber, daß 
„das Volk aus Mangel an Boden hier so eingeengt ist, daß 
mehrere Familien nach meiner eigenen Beobachtung in 
das neue Land (so bezeichnen sie Pennsylvanien und 
Jersey) hinübergegangen sind, denn, wie Herr Graham 
and viele andere sich mir gegenüber ausdrückten, müßte 
man ja ein Narr sein, um ein elender Pächter des Herrn 
Dellius, des Obersten Schuyler, des Herrn Livington (und 
so durchlief er die ganze Reihe der mächtigen Grund- 
besitzer) zu werden, wenn man bloß den Hudson zu 
kreuzen braucht, um drüben in Jersey für einen Pappen- 
stiel ein hübsches Freigut zu bekommen“. 
Wenn der Einwanderer die nötige Summe aufbringen 
konnte, so wurde er wirklich ein unabhängiger Ackerbauer 
in New Jersey oder in Teilen von Pennsylvanien und ver- 
3ah sich mit dem, was zur Produktion nötig war. Aber viele 
Einwanderer kamen mit leeren Taschen an und wurden 
Arbeiter, die von der Gunst der Landbesitzer abhingen. 
Was die Handwerker anbetrifft — die Zimmerleute, Maurer, 
Schneider, Schmiede —, so blieben sie entweder in den 
Städten und Ortschaften, wo ihr Geschäft hauptsächlich 
vor sich ging, oder verdingten sich den Grundherren,
	        
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