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Daraus geht hervor, daß der Erfolg der Reeder nicht ihren
Talenten zuzuschreiben ist, sondern zum großen Teil
ihrer Unterstützung durch die Regierung.
Die ungeheure Begünstigung der Reeder
Den Griswolds in New York gehörte das Schiff „„Panama‘‘,
das sie mit unreinem Zink, Blei, Eisen und anderen Pro-
dukten nach China schickten und mit Tee, falschem Zimt
und verschiedenen anderen Artikeln aus China zurück-
kehren ließen. Der Zoll darauf war äußerst hoch. Aber
die Regierung war gegen die Kaufleute weit nachsichtiger,
als diese gegen ihre armen Schuldner waren: sie wartete
generöserweise 9, 12 und 18 Monate lang, bevor sie Bezah-
lung der Zölle verlangte. Kam also ein Schiff an, so ver-
kaufte man die Ladung mit 50 Prozent Nutzen, bezahlte
aber die Zölle nicht, sondern riskierte für neue Unter-
nehmungen statt des eigenen lieber das Geld, das dem
Volke gehörte. Und so ging es lustig weiter. Nach Barrett war
die Regierung allen Kaufleuten gegenüber so nachsichtig:
es war nur üblich, daß ein Kaufmann mit 4—500000 Dollar,
lie eigentlich dem Staate gehörten, frei wirtschaftete.
„Eine einzige Firma, Thomas H. Smith und Söhne,“
sagt Barrett, „legte sich stark auf den Handel mit Kanton,
und obgleich sie mit ein paar tausend Dollar anfingen,
reüssierten sie dermaßen, daß sie bei ihrem Konkurs den
Vereinigten Staaten drei Millionen schuldig waren, wovon
sie nicht einen Pfennig bezahlten.“ Wurde Smith ins
Schuldgefängnis geworfen? Nicht die Spur.
Aus diesen Enthüllungen versteht man erst, wie es mög-
lich war, daß „eine Firma, die 260 000 Dollar in Bar be-
saß, schon mit ungewöhnlich großem Kapital arbeitete“.
So machten die Gesetze die Reichen reich und die Armen
arm. Denn die ungeheuren Profite der Kaufleute mußte
natürlich der Arbeiter tragen, dem man dürftige Löhne
zahlte und sie ihm durch hohe Preise für Tee, Wolle, Baum-
wolle, Zucker, Kaffee usw. wieder abnahm. So brachten
ihn die Reeder um einen großen Teil der Früchte seiner
Arbeit; und was sie übrig ließen, nahm der Grundbesitzer.