Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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er an, jene prächtigen Schiffe zu bauen, mit denen er sich 
30 eifrig auf den Handel mit China und Westindien legen 
konnte.“ 
Seitdem verdiente er unheimlich. Seine Schiffe segelten 
mehrmals um die Welt, und jede Fahrt trug ihm ein Ver- 
mögen ein. Er pflegte seinen Kapitänen die genauesten 
Direktiven zu geben, wie sie z. B. beim Einkauf von Kaffee 
zu Batavia schlau und verschlossen sein sollten. „Sei vor- 
sichtig‘“, schrieb er einem, „behalt den Zweck der Reise und 
die Höhe des Bargeldes für dich, denn dann wirst du billiger 
einkaufen und deine Tauschwaren teurer verkaufen können.“ 
Um 1810 veranlaßte er die Barings in London, eine halbe 
Million Dollar, die ihm gehörten, in Anteilen der Bank 
der Vereinigten Staaten anzulegen. Als deren Privileg 
erlosch, war er der Hauptgläubiger der Bank und kaufte 
sie für 120 000 Dollar. Im Mai 1812 machte er dann die 
Girard-Bank auf mit einem Kapital von 1 200 000 Dollar, 
die er im nächsten Jahre um 100000 Dollar vermehrte. 
Als er die Girard-Bank eröffnete, merkte er, daß der Staat 
den Angestellten, die er übernahm, höhere Gehälter ge- 
zahlt hatte, als sie anderwärts bekamen, und sogleich setzte 
er sie auf den üblichen Satz herab. Der Wächter hatte 
von der früheren Bank zu Weihnachten immer einen Über- 
zieher bekommen, Girard aber machte dem ein Ende. 
Keinem seiner Angestellten gab er eine Gratifikation, ver- 
suchte aber doch, sie zu noch größerer Dienstwilligkeit zu 
zwingen, als andere Leute empfingen, die mehr Lohn zahlten 
und Geschenke machten. Unterstützungsgesuche ließ er 
anbeantwortet. Kein Armer kam mit vollen Händen 
von ihm. Er war taub gegen die in .Konkurs geratenden 
Kaufleute, die ihn baten, er möchte ihnen doch wieder auf 
die Beine helfen. Er war weder edelmütig noch mildtätig. 
Als sein Kassierer starb, der ihm lange Jahre treu gedient 
hatte, legte er die größte Gleichgültigkeit für die Hinter- 
bliebenen dieses braven Mannes an den Tag und ließ sie 
sich durchschlagen, so gut sie konnten. „ 
Houghton bringt unabsichtlich einige Daten bei, welche 
zeigen, was für exorbitante Profite Girard bei seinen ver- 
schiedenen Unternehmungen einstrich. Im Frühjahr 1813
	        
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