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wurde eins seiner Schiffe von einem britischen Kreuzer
an der Mündung des Delaware gekapert. Aus Furcht,
diese Prise könnte ihm von einem amerikanischen Kriegs-
schiff wieder abgenommen werden, verständigte der eng-
lische Admiral den Girard dahin, er würde ihm das Schiff
gegen ein Lösegeld von 180 000 Dollar in bar zurückgeben.
Girard bezahlte diese Summe und steckte trotzdem beim
Verkauf der aus Seide, Nanking und Tee bestehenden Ladung
noch einen Verdienst von einer halben Million Dollar ein. =
Sogar diejenigen von seinen Handlungen, die er scheinbar in
öffentlichem Interesse tat, brachten ihm hübsche Profite.
Mehrmals, als der Bankdiskont so hoch war, daß die Ge-
schäfte stockten, veranlaßte er die Gebrüder Baring, Geld-
summen in den Vereinigten Staaten anzulegen. Das pries
man als öffentliche Wohltat. Aber was tat Girard? Er
stellte das Geld der Bank den Vereinigten Staaten zur Ver-
fügung und berechnete 10 Prozent.
Bestechung und Einschüchterung
Die Neueinrichtung und der Aufschwung dieser Bank
waren hauptsächlich seinen Bemühungen und seinem Ein-
uß zu danken; nun wurde er ihr größter Aktionär und einer
der Direktoren. Kein Geschäftsunternehmen der ersten
drei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts übte einen so ver-
hängnisvollen und verdunkelnden Einfluß aus wie diese
Monopol-Bank.
Um ihren Freibrief von Zeit zu Zeit erneuert zu bekom-
men und ihre außerordentlichen Privilegien aufrecht-
zuerhalten, bestach die Bank der Vereinigten Staaten
3ystematisch Politiker und den käuflichen Teil der Presse;
ınd als 1832—1834 eine kritische Zeit kam, weil die Masse
des Volkes den Präsidenten Jackson in seinem Bemühen,
die Bank aufzuheben, unterstützte, da befahl sie der ganzen
Presse, den Ruf zu erheben von „den schrecklichen Kon-
jequenzen der Revolution, Anarchie und Gewaltherrschaft“,
die sicher eintreten würden, wenn Jackson wiedergewählt
würde. Die Besitzer einer mächtigen New Yorker Zeitung
ließen Jackson plötzlich fallen und begannen ihn anzugreifen,