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Denn der exklusive, aristokratische Charakter dieser Stadt-
regierung kennzeichnet ihre gesamten Leistungen!). Die Selbst-
ergänzung aus den herrschenden und besitzenden Cliquen war
gleichbedeutend mit einer Behauptung und Befesti-
gung der Handelsbourgeoisie; diese Tendenz hat
sich trotz der Gegenströmung der unter kalvinistischem Deck-
mantel auftretenden Demokraten immer wieder durchgesetzt. Die
großen Kompanie-Gründungen jener Tage sind aus dem Partei-
geist dieser Bourgeoisie hervorgegangen. Es war eine Regierung,
die es ausgezeichnet verstand, die Interessen des Staates und der
Stadt mit denen ihrer eigenen Mitglieder zu vereinigen?).
Zu diesem schattenreichen Bilde der mächtigen Welthandels-
metropole gehörte dann auch die wenig erfreuliche Erscheinung
der Eifersucht Amsterdams auf die anderen Städte und dieser
auf jenes und untereinander. Mit den altgeschichtlichen Erfah-
rungen einer Städteherrschaft reimte sich dieses Verhältnis ja gut
zusammen. Es hat in den Niederlanden oft recht üble Formen
angenommen und wirtschaftlich viel Schaden angerichtet, von dem
politischen und sittlichen hier nicht zu sprechen. Wenn Amsterdam
1612 aus Eifersucht auf das im westindischen und im Levante-
handel sehr rührige Hoorn im Einverständnis mit dem diesem
ebenfalls feindselig gesinnten Enckhuizen sich in den Staaten von
Holland über die Korruption der Hoorner Admiralität beklagte,
so war das nur ein Beispiel für viele?). Noch ein Jahrhundert später
scheiterte der Versuch Hoorns, seine ‚,Direktion des östlichen Han-
dels‘‘ mit der Amsterdamer zu vereinigen und damit mehr Einheit
in diese Bestrebungen zu bringen, an dem von Eifersucht einge-
gebenen Widerspruch Amsterdams, das sehr wohl wußte, daß es
auch ohne nähere Verbindung kraft seiner größeren Handelsmacht
sein Interesse stets durchsetzen könne*).
Commerz-Collegiums empfohlen, dessen Hauptsitz in Amsterdam sein müsse, außer-
dem Nebenkollegien in anderen Städten.
') Daß schon im Mittelalter in Amsterdam die aristokratisch-oligarchische
Regierungsform bestand, betont Brugmans, Opkomst, S. 39f. Über die
Identität des Amsterdamer Stadtinteresses mit den Handelsinteressen ebenda, S. 190.
2?) Vgl. van Ravesteyn, S. ı69ff., 225 ff., teilweise im Widerspruch
gegen Elias, Regenten-Patriciaat.
3) Elias, Regenten-Patriciaat, S. 72.
‘) van Brakel, Directie v. d. oosterschen Handel, S. 346.
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