1. Titel: Verpflichtung zur Leiftung. Vorbemerkungen zu den SS 275—282. 131
est indivisible, quoique la chose ou le fait soit divisible par sa nature, si le
rapport sous lequel elle est consid6r&e dans Vobligation, ne ie
rend pas susceptible d’execution partielle. Entjcheidend für die Unteilbarkeit
im Redtsfinne ift der einheitlidhe Zwed der Leiftung, die nur in ihrer
Vollendung bzw. FTotalität Intereffe für den Gläubiger Hat. Daß e3 dabei
auf die Wilen8beftimmung im einzelnen Falle ankommt, wird an einzelnen
Beijpielen gut nachgewiejen bei Tige, Unmöglichteit S. 48 ff. (Sind 3. B. Kraft
ine3 Raufvertrags: 4 Pferde verkauft worden, jo wird zwar in der Regel der
Tod eineS Ddiejer Pferde nur eine teilmetje Unmöglichteit der Leijtung
begründen; find fie aber al8 ein zujammengehörige? Viergejpann verkanft, [0
würde daz Eingehen audy nur eine derfelben die Leijtung des Verkäufers
gänzlid unmögligH maden). So au Plan, Kijch, Kleineidam, Tige. A. M.
jeboh Seh öller, Gruchot, Beitr, Bd. 45 S. 540 ff.
Die Unmöglichkeit kann Letreffen den räumlichen Hoeffizienten der Leiftung,
Auch diefer Koeffizient kann ein juriftifch unteilbare8, untrennbare8 Moment
der Leitung oder ein trennbare8 fein. Die Errichtung eine8 Baumwerk8 3. B.
fann für den Gläubiger nur an einem beftimmten Plage Interelje Haben; wird
je hier unmöglich, jo tit vollftändige Unmöglichkeit anzunehmen, auch wenn der
Schuldner das Bauwerk an einer anderen Stelle errichten kann. AnderZ liegt
die Sache, wenn €e3 fich beifpielaweije um Leiftung einer beweglidhen Sache oder
gar einer Geldjumme Handelt, lekteren Fale8 it der räumliche Koeffizient in
ber Regel trennbar und ift beim Wegfalle durch Unmöglichteit das Interefje
[Häßbar. Val. darüber den Tit. Dig, de eo quod certo loco, 13, 4, in3bejondere
1.2 85 (si quis insulam fieri stipulatur, et locum non adiciat, non valet
stipulatio, 8 7: sed mihi videtur summae solutio distare a fabrica insulae
et ideo quod interest solum petendum).
Die Unmöglidhteit kanıt betreffen den zeitlichen Koeffizienten der Leiftung,
Auch diefer kann juriftijgG einen integrierenden (untrennbarten) Teil der
Veiftung bilden (Firgefhäft im weiteren Sinn), 3. 3. Fahrt zu einem
beftimmten Fefte, Diner zu einer beftimmten Gejell{dhaft, fo daß eine Un-
möglichkeit, diejen Termin zu wahren, volftändige Unmöglichfeit darftellt. Val.
Seuff. Arch. Bd. 57 S. 240 ff. Regelmäßig begründet aber die Unmöglichkeit
3eitlidh genauer Erfüllung nur eine teilmeiie Unmöglichteit. Ripr. d. OLG-
Bd. 6 S. 48.
Ob eine zeitlide Unmöglicteit als volljtändige zu behandeln ift, kann
immer nur unter Berücfihtigung aller Konkreten Berhältnifle nad dem
Seiftungszwed ent{chieden werden. Val. Dertmann, 2. Aufl. S. 82 (5); außerdem
die oben zu 3, c zitierte RGET, in Seuff, Arıh. Bd. 45 S. 282, aud NRGE.
Bd. 42 Nr. 27 S. 115.
5, Unmöglichteit der Unterinfung. Da nad & 241 Sag 2 die Leiftung and in einer
Unterlaffung beitehen fann, muß jelbftverftändligh der UnmöglichkeitZbegriff des BGB. auch auf
bloße Unterlaffungen Unwendung finden. Gleichwohl Hat diefe Logijhe Forderung lebhafte
Anfechtung erfahren, weil jie den Jurijten zu einer Kinfilidhen, „unnatürligen“ Auffaffung
gewijfer NechtSverlegungen zwinge, fo inZbejondere neuerdings von feiten Arüdmanns a. a. DO.
(vgl. vor allem S. 221 ff.), aber teilmeije auch jHon bei Staub, Pofitive Bertragsverlegungen
S. 10,11. Die Bedenten find infomweit berechtigt, al8 vielfach, beijpiel8weife bei ®oldmann-
Silienthal mit diejem Begriffe, der eine doppelte NMegation enthält und daher unbequem zu
denken ift, in unnötiger Weife Kinfilihe Konftruktionen verfucht werden, die wie Staub a, a, D.
treffend an dem Beiipiel der faljhen Bilanz darlegt, audh prakttich zu unzichtigen Ergebniffen
berleiten tönnen. Der Begriff der Unmöglichteit der Unterlaffung, insbefondere eine teil-
weile Unmöglichteit ijt aNlerding3 überall da zu vermeiden und üÜberflüffig, wo 'e& {ih um
5oß jekundäre Unterlaffungspilichten handelt, welche lediglich dieXehrfeite einer pofitiven
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