41
1. Titel: VBerpfligtung zur Leiftung. $ 276,
149
Maßfitab3 gegeben ift, Kl fih aus Borbem. II, 2 S. 141. Vgl. auch RGE.
vom 7. Sul 1902 Sur. Wichr. 1902 Beil. 11 S. 263. ,
Die Konkrete Sachlage erfordert bienach bald mehr, bald weniger
Sorgfalt (3. B. beim Transport von Glaswaren mehr al8 beim Transport
von Eijenwaren, vol. Schollmeyer II S, 100, heim Wagenverkehr in einer
Großitadt mehr al8 in einem Dorfe); der Richter hat hiebei zwar nad
zigenem Ermefjen zu entfdheiden und einen etwaigen im Berkehr eingeriffenen
Schlendrian nicht zu berückfichtigen; gefordert wird die im Verkehr erforder-
liche, nicht die übliche Sorgfalt; fofern jedoch ein bejtimmter Verkehr ohne
gewilfe Gefährdung überhaupt nicht ausführbar ft, dürfen die Unfprüche
nicht überjpannt werden; in der NMegel darf Daher der Ausgangspunkt von
denjenigen Maßregeln genommen werden, die jich in der VerkehrSfitte als zwecd-
mäßig durch allgemeine Nebung bewährt haben & DB. beim Schiffsverkehr
Hinjichtlih des Umfang3 der Schleppzüge, val. ROEC. vom 6. Zuni 1908,
Sur. Wichr. 1903 Beil. S. 96). 5 , ,
— Durch die Jaflung: „im Verkehr erforderlich“ ift zwar einerfeitz den:
Richter eine felbftändige Beurteilung de3 im einzelnen Halle zwed-
mäßigen Verhaltens zur licht gemacht; anderfeits aber hat der Kichter
neben den befonderen Berkehrsverhältniflen auch die allgemeinen auf
Erfahrung beruhenden Anjchanungen der in Frage kommenden Berfonen-
freife über die größere vder geringere Gefährlichkeit eines gewiljen Ver:
halten8 in Ätechwumg zu ziehen, um fich ein Urteil über die {ubjektive Ver-
antwortlichfeit im Cinzeltalle zu bilden. Vgl. RKOES. in TG f. agbret
1907 S. 16;_in ®ruchot3 Beitr. Bd. 51 S. 978, ur. Wichr. 1904 S. 289;
1905 S. 16 Biff. 9, S. 45 Riff. 10, S. 78 Biff. 14; 1906 S. 53 Bilf. 3 (Sorg-
;alt des Richters bei zweifelhaftem Recht), S. 160 Ziff. 2, S., 351 Sr 11
MAbfperrung von Konzertpodien), S. 459 Si 14, ©. 546 3iff. 2 (Zufitand
ziner Treppe); 1907 ©. 10 Ziff. 11, S. 45 Ziff. 4 (Gausbefiber, mangelhafter
Buftand der Dachfenfter), S. 164 Biff. 1. (Aufbewahrungspflicht von Zor-
mularen), S. 706 Biff. 8 (niedrige Senfterbrüftung); 1908 S. 38 SE 12
Schußwaife), S. 106 U 3, S. 680 Biff, 12, Recht 1908 II Ziff. 1186 Motor:
rad), S. 678 ST 9 (Automobil), ur. Wichr, 1909 _S, 360 (Fahrläffige Ent
Een RE €. Bd. 68 S, 423 |. — RNGE. in Yur. Wichr. 1908 S. 525
Bi . 10, D. Sur.3. 1908 €, 1105, echt 1908 Ziff. 2815, YBayr. 3. f. N. 1908
S, 339 (Haftung des Sa Sur. Wichr, 1908 S. 241 Ziff. 14 (Auskunitei),
KOE, in Dayr. & f. 3. 1908 S. 269. (Verkehr im Walde), ROT, Bd. 67
S, 408 ff, Sur. Ir. 1908 S. 243 Biff. 16 Wormundichaftsrichter), RGE.
8d. 69 S. 274 ff, IJur. Wichr. 1908 S. 717 Ziff. 15 (Nadlaßrichter), Sur.
Wichr. 1908 ©, 412 Biff. 16, Recht 1908 Sp. 453 (Grundbuchrichter) Jur.
NN ud Bf. N a Ti vol. im NE Ri 3zabl-
; ewungen in Iieumanns Sayrblichern des bdeutfichen MechtS zu
3 276 BOB, Jahrg. 6 (1908), S. 124 f. }
Inwieweit daneben auf individuelle Momente, inshefondere die größeren
ober geringeren förperlidhen oder geiftigen RAräfte des Schuldners, feine
tecOnijchen Kenntnifle u). (die fog. perfönliche Öleichung) Rückicht zu nehmen
it, ift jtreitig. BZweifellos gilt auch für das BOB. der Sak daZ gem. R.:
halbe culpae adnumeratur, Wer fich, ohne im Befige der erforderlichen
technifcdhen Fertigkeiten oder auch der erforderlichen geiftigen oder Lörperlichen
Rräfte einer Leiltungspflicht unterziebt, handelt eben durch Nebernahme diefer
Aufgabe, ber er nicht PO it, ES
” m SEN will Zige, Unmöglichkeit S. 79—82, unterfheiden zwifchen
„öffentlichem“ erfehr (des einzelnen al8 Unbekannten mit der ihın unbekannten
Menge, dem Publikum) und dem „privaten“ Verkehr (mo zwei, die {ich Fennen
und mit Rückficht darauf, daß fie {ih kennen, in Rechtsbeziehungen treten);
er behauptet, daß in leßterem Falle (im privaten Verkehr, bei Gefchäftenr,
die mit Rücfiht auf die Perfönlichkeit deS anderen Teile8 vorgenommen
werben, 3. B. beim Verleihen einer Sache oder bei der ea eine3
Fauftpfandes) nur diejenige Sorgfalt verlangt werden könne, die der Schuldner
leiner A A nach zu Teiften imjtande fei. Vol. jedoch dagegen
Bland Bem, 2 Abi. 2 zu 8276: „Nur wenn im einzelnen Jalle die Umftände
ergeben, daß bei dem Wbichluffe des dem Schuldbverhältni8 zugrunde liegenden
Vertrags befondere Rückjicht auf die dem Släubiger befannte Yndividualität
des Schuldners genommen war, wird hierin eine ftillichweigende Vereinbarung
gefunden werden können, nach welcher hei der Bemeffung der dem Schuldner
Obliegenden Sorafalt deffen Sndividualität berücklichtiat werden ipll.“ Molke