1. Titel: VBerpfligtung zur Leiftung. SS 277, 278. 155
ugrunde liegenden Garantieprinzip3 habe ih mit Meißner, Komm. S. 25 in meinem
Saholumment befürwortet. Dagegen val. Dertmann, 2. Aull. S. 96, 3, b, «, Feder
5. 27, NGE. in D. Iur.3. 1905 S. 862, 863. 5 ,
° Wenn der gejeblidhe Vertreter oder ein rechtSgefhäftlidher Vertreter beim
UbiOluß eines Vertrages für den Schuldner tätig wird, fo richtet fich die
Haftung des lebteren für die Handlungen des Vertreters nach den VBor-
ichriften über die Vertretung (SS 164 ff.). Neber den Zall, daß der Vertreter
bei Gelegenheit des Bertragsihluffes NedhtSverlekBungen fh zu
Se fommen läßt val. Bem. 5a zu 8 164 in Bd. I und ROS. Bd. 61
S, 207 ff. ; , ,
Eine allgemeine Haftung des Bertretenen für Delikte des gefeg lichen
Vertreters (3. B. des Bormundes) ijt dem BOS. unbekannt. Näheres über
die Haftung für fremde Delikte im 25. Titel über die unerlaubten Hand-
fungen SS 823 ff. N , 2a
Hefondere Bejtimmumngen enthält das BOB. über die Haftung juriftifdher
Berjonen für den von ihren Vertretern einem anderen zugefügten Schaden
in den 88 31, 86, 89 Ab). 1. ,
Veber die Haftung des Staates, der Gemeinden oder anderer
Rommunalverbände für einen von in Beamten in Ausübung der
diefen anvertrauten öffentlichen Gewalt zugefügten Schaden f. Urt. 77
E®., hiezu Art. 60 und 61 bayr. AG. Neber die Oattum der Beamten
jür die von ihnen angenommenen Stellvertreter und Gehilfen
). Art. 78 ES.
Ein VBerfchulden .
a) des gefesliden Bertreters des Schuldners. Ml8 jolhber Kommt in
Betracht: Der Inhaber der elterlidhen Gewalt (SS 1626 ff), der Bormund
88 1793 ff., 1896, 1897), der Mileger (S$ 1909 .), der Beiftand S 1693).
„= Der Vorftand eines Vereins ($ 26) oder einer Stiftung (S 86), fowte
die Organe fonftiger juriftijcher Berfonen follen nach Dertmann Bem. 2, a, «
nicht unter & 278 fallen, da nach 88 31, 89 B@®B. das Handeln Diejer
„Organe“ als unmittelbares Handeln der juriftiichen Werfon gilt. Val.
Dem. 4 zu 831. € ift aber zu beachten, daß die 88 31, 89 nur die Haftung
fr außerfontraftlich verurjachten Schaden regeln. Der & 278 ift daher neben
en 8531, 89 anmendbar und nach der Terminologie des BOB. Doben die
Organe einer juriftifjdhen Verfon die Stellung eineS „gefeßlichen Vertreter8“.
Roll. Bem. 8 zu 826. Die wiflen{haftliche Berechtigung der Organtheorie
Sleibt dadurch unberührt. Vol. auch Blanc Bem. 2,a. Sedenfalls haften
die juriftifchen Perfonen abgefehen von den SS 31, 89 auch für das CE a
derjenigen Berfjonen, deren lich ihre Organe zur Eıfüllung ihrer VBerbind-
(ichfeiten bedienen. Wogl. KOES. in Yur. Wichr. 1906 S. 807 Bart 1, ®. Yur.3.
1906 S, 1262; Recht 1906 €. 1374 Biff. 3276, Oruchot3 Beitr. Bd. 51 S. 381.
DBeftritten it, ob au der Telfamentsvollitreder, der Konkursverwalter,
der Zwangsvermwalter, der gefchäftsführende Gefellidhafter bei der offenen
EL ferner der Chemann in Anfehung des eingebrachten
utes und des EC fowie die Frau innerhalb der Schlüffelgewalt
und in AUnfehung des Gefjamtgutes hei Behinderung des Mannes al8 gefeß-
lihe Vertreter gelten fönnen. gl. einerjeits Feder, Verantwortlichkeit für
‚vemdes Verfchulden S. 24 f.; Tertmann Bem. 2, a, « (Gejahend), anderfeits
‚verneinend) land Bem. 2, a; Kehbein S. 105; Weije, fäch]. Arch. Bd. 14
S. 139 f.; Schmalz, Mecklenburgiiche Ztfchr. Bd. 22 S. 182. — Wenn man
mit Pland Bem. 2, b als Perjonen, deren fih der Schuldner zur Erfüllung
’einer Verbindlichkeit bedient, auch Jolde Verfonen gelten 1äßt, die, ohne gefeß-
‚ice Vertreter zu fein, fraft Gefebes bie Verwaltung des Vermögen? haben,
u dem die fragliche Verbindlichkeit TE fo ift diefe Streitfrage prakti[dh belang-
(08. Allein jene Auffaflung PlancekS ijt {prachwidrig. Mit Vertmann a. a. D.,
Schollmeyer Bem. 1, b wird man unter Merfonen, deren fich der Schuldner
zur Erfüllung feiner Verbindlichkeit bedient, nur Toldhe Berfonen verftehen
fönnen, weiche mit feinem Willen bei der Erfüllung feiner Verbindlichteit
tätig Jind. Daher erfheint eS mir richtiger, der von Feder befürworteten
ausdehnenden Auslegung des Begriff3 „gefebliher Vertreter“ beizupflichten,
al8 der von land befürworteten Ausdehnung des Begriffs „bedienen“.
einer anderen Perjon, deren fie der Schuldner befugterweife
zur Erfüllung feiner Berbindlidh keit bedient,
Unter die Kategorie zu b fallen nur foldhe Perfonen, weldhe bei der
Sriülung mit Willen des Schuldners mitwirken. Bal. Vorbem. V,b S. 143,
4)