224 HI. Abihnitt: Schuldverhältnifie aus Verträgen.
liegende Vereinbarungen zu berücfichtigen. Val. Enneccern8 4./5. Aufl. S. 70 Anm. 10.
Sm Zweifel find alle Beitimmungen eine8 Bertrages al8 zufammen?
Eden Sanze8 zu betrachten, es mülen befondere E vorliegen, um eIE
Ausnahme von diefem Grundfaße zu begründen. Val. auch RGS. Bd. 57 S, 165. Sind
jeboch in dem Vertrage Vereinbarungen getroffen, melde nicht die Eigentumsübertragungs“
pfiliht und die Gegenleiftungen betreffen, die alfo nicht Beftandteile des auf die Neber
tragung des Eigentums gerichteten Beräußerungsgefhäftes find, fo fallen diefe nicht unter
den S 313, e8 Kommt auf den inneren rechtliden Zujammenhang des Vertrages aıt. Val.
auch über die rechtliche Einheit zweier gegeneinander ausgetaujchter Erflärungen, RÖS-
vom 7, Oktober 1907 in Warneyers Sahrb. 1 (1908) S. 22 f. Vr. 25). Sobald er heblide
mündliche AWbreden nicht mit in den notariellen oder gerichtlichen Vertrag mitauf*
genommen find, obwohl vbne fie nad Barteiabfiht das Geidhäft nicht ab efchlofien
merben {ollte, ift der ganze ae nichtig. Val. au ROSE. in Iur. Seide. 1906
3. 108 Biff. 6, 161 Biff. 8, S. 538 Bf. 1, S. 548.
IE m einzelnen ift über die YA des 8313 noch folgendes hervorzuheben:
a) Die Beftimmung ift auch auf folche Orundftücke anzuwenden, für weldhe daß
Srundbug noch KA angelegt murden ift. Kipr. d. OLG. Bd. 1
S. 95 (Srankfurt). Seuff. Arch. Bd. 56 Nr. 71 S. 124. 33. 1908 S. 284
SE 8; ROS. Bo. 64 S. 35; Recht 1908, II Ziff. 472. Vol. Bem. 9.
Auch ein Vorbertrag, durch den {ih jemand zum Abiehluß eines Vertrags
über Nebertragung des Eigentum8 oder des ErbbaurechtS an einem Grund“
ftüct verpflichtet, bedarf der CC des 8 313. Wären foldde Vorverträge
MHagbar, fo würde bie JR eiltimmung zweclo8 fein. Val. Enneccerus
4./5. Nufl. I, 2 S. 390 Anm. 14; Danz in erings SXabrb. Bd. 54 S. 54 ff;
ROES. Bd. 53 S. 236 ff. Dasfelbe gilt von einem bis zu einem beftimmter
Beitpunfte bindend gemachten CE CU dem fog. „an die Hand geben
des ®rundftücks), val. a . 176; Dertmann Bem. 2, €, « zu 8 3183;
NOS. Bd. 48 Nr. 31 €. 136, Dd. 53 Nr. 60 S, 238, Bd. 62 S. 411. Gegen
leßtere Ent{dheidung wendet ich mit rider aber nicht überzeugende”
Aritit Traumann in IJur. Wichr. 1907 S. 217 ff). — Dagegen bedarf, wenk
zin Vorvertrag, durch den {ich eine Partei verpflichtet, der anderen auf derek
Verlangen ein @©rundftück ganz oder teilweije Käuflich zu überlaffen, der
Sorm des 8 313 entipradh, der Hauptkvertrag der in S$ 313 vorgefhriebeneN
jorm nicht mehr. So A A und wie mir (Oheint dent Zweck der De
ämmung entfprechend, die Auslegung Walsmann8 in Kerings Sahrb. Bd. 54
S, 299. (Der Berechtigte kann aus formgerecht A note VBertrage auf
Abichluß und gleidhzeitig auf Erfüllung fNagen). 2
Beitritten it, ob auch die CSinräumung eines obligatorijdhen VBorkauf?
vecht3 unter $ 313 fällt. Wegen des ‚Dinali9 en fiehe oben unter I, 2, A)
Bejaht wurde die Frage bislang von Kehbein, BGVL. IX S. 161; Bier“
mann, Sachenrecht S. 283 Bem. 2 zu $ 1094; Neumann Vorbem. zu S 504
Nr. 1, a und b; Crome, Syftem II 8 228 Nr. 25; Fuchs, GBR. S. 347
Nr. 3, a, I, a; Pland II Bem. 2 S, 275, IN S, 415 Nr. 4; Jmmerwahr in
Serings Sahrb. Bd. 40 S. 294 f.; Gutbrod, Der obligatorifche Orunditucs
NE U S, 88, ferner in der Mecht!prehung von DLSG._Iena
Nipr. d. OLG. Bd. 1 S. 293), vom Kammerger. (Ripr. d. LG. Bd. 2 S. 7-
Dagegen haben jich gegen den FZormzwang erflärt: Lewandowsli
Sruchot, Beitr. Bd. 53 S. 565, Thiele in Btichr. d. D. Not®. 1902
S. 817 ff. Zurnan und Zöriter, Pe Bd. 1 S. 516 Bem. 4;
Kregfihmar, Einf. in das GBR. I S. 204 ff, 1 S. 350 ff.; Endemani
Qehrb. ® 1 S. 1014 ff. und ih felbft in Sur. Wichr. 1901 S. 292 |
unter OD auf die die Frage nach dem früheren Landesrecht ver”
neinende ROES. Bd. 16 S. 155. Das Heichsgericht hat in der Stellungnahme
zu diefer Frage eine Zeitlang gefhwankt. Bejaht wurde die Anwendbarkeit
e5 8 313 auf die Cinräumung eines obligatoriichen BorkanufsrechtS in ROES.
Bd. 59 S. 132 f„, verneint in ROSE. Bd. 60 S. 225 f. Nachdem dann die
NOS, Bd. 62 S. 45, 48 fich wiederum für den Formawang erklärt hatte
i{t diejer Ronflikt durch die Plenarenticheidung vom 24. Sanuar 1910
NOS. Bd. 72 S. 385 ff. befeitigt worden und zwar dahin, daß eLN
Vertrag, dur welden ein obligatorilhes Borkaufsred!
in Anjehung eines Grundftücs eingeräumt wird, der gE
ridgtliden notariellen Beurkundung bedarf, um ee
mirkfam zu jein. Diefe Plenarentfheidung gründet fichH nicht nur auf den
Wortlaut des 8 313, fondern vor allem auch auf deffen (tt gung Sack
und die daraus in HE TE mit dem wirt/dhaftspolitijdhen Orundgedanken
zu entnebmende Abiidht des GefebageberS.