2. Titel: Gegenfeitiger Vertrag. S 326. 267
Arch. Bd. 57 S. 442; ROE Bd. 51 S. 347, Bd. 52 S. 150, Bd. 53 S. 1,
S. 161 ff.; ROE. in D. Iur.3. 1904 S. 342, in Iur. Wfchr. 1902 Beil.
S. 263, MN. M. Erler, Recht 1901 S. 421 ff. und Pland Bem. 2, d zu
S_ 326 (gegen diefen neuerdings Meichsger. in Sur. Wihr. 1905 S, 17 und 18).
Sntfchieden verneint wird auch die Notwendigkeit der Nachfriftfebung bei
Srfüllungsvermeigerung vom ROES. Bd. 66 S. 419, Sur. IWichr. 1907 S. 830
Biff. 7, Recht 1907 S. 1462 Ziff. 3627. Erforderlich it Freilich, daß die
Srfüllungsverweigerung in bejtimumter Weile erflärt wird, bloße Geltend-
machung von Differenzen über den Wertragsinhalt genügt nicht; ebenfo ent-
bindet md die einfache Erklärung, nicht zahlen zu fönnen, den Gläubiger
nicht von der FrijtjeBung, ROS. Bd. 66 S. 405. — Die gegenteilige Unficht
belaftet den Verkehr mit einem ihm unverftändlidhen Hormalismus, fie ver-
fennt ferner den dispofitiven Charakter des & 326; die Weigerung {OLießt
einen Serzicht auf die Friftbejtimmung ein. Vol. auch Dernburg Bd. 2
S. 237. Dagegen ijt die ROES, in Iur. Widhr. 1908 Beil. 263, derzufolge
28 der Weigerung gleihfteht, wenn die (Erfüllung von unzuläfligen Bedingungen
Kängig Jr wird, zu beanftanden. (Wogl. dagegen IKYpT. 5. QLO®.
Vol. ferner noch NGES. Bd. 67 S. 317; Jur. Wihr. 1908 S. 194 3iff. 8,
Di NS Bd. 2 Dil. 1762. Mor allem au Danz, Jherings Yahrb. Dd. 54
Die Friftfegung braucht nicht dem Wortlaute des S$ 326 zu entiprechen. €
genügt, daß für den nd der Nichteinhaltung derfelben Abgehen vom Ver:
trag oder Schadenserjabanfpruch wegen ESEL angedrobt it. RÖS.
Yom 21. Oktober 1908 bei Warneyer, Kipr. 1909 dr. 75. Aber die Un-
Drohung mit der CS muß Deutlich zum Ausdruck gebracht werden.
RGE, in Sur. Wichr. 1908 S, 676 Ziff. 4. Die Erklärung, feine etwaigen Un-
ibrücdhe rechtlich geltend machen zu wollen, kann nicht SE Bol. auch
DLS. Bofen vom 19. Oktober 1908 in Pof Schr. 1908 S. 155. Auf die Aus-
Kim TE Erflärung finden die allgemeinen GOrundfäße über die Auslegung
von Millenserklärungen Anwendung, e8 Handelt {ich nicht um ein Iren
Jormalijiertes Kechtagefhäft, A um einen actus legitimus, e8 genügt, da
die Ablicht des Srflärenden Lonkludent iit. Iipr. d. DLG. Bd. 8 S. 439, 440.
Das Erfordernis der Beitimmtbheit i{t nicht zu übertreiben. BeifpielS-
wveife it e38 bei Verzug mit Entgegennahme einer Yaurflaffung, nicht unter
ıllen Umftänden notwendig, wenn die uflajflung verlangt wird, daß ein
genau beftimmter Auflaflungstermin feitgefebt wird, eS genügt vielmehr,
wenn der die Srift Beitimmende ich bereit erflärt, innerbalb der Frift mit
dem anderen Teile einen Termin zu vereinbaren. RGOS. Bd. 69 S. 106,
Bd. 66 S. 431. U. M. anfeheinend unter Anführung der KOES. Bd. 53 Nr. 20
S. 75, Dertmann Sem, 2, b zu $ 326. ne
„Much wird die ED, feine&weg8 von vornherein ungültig, wenn
fe jih mit einer unwirfjamen Nebenerklärung verbindet. Wenn 3. DB. bei
zinem UeberfendungsSverkauf der Käufer dem fäumigen Verkäufer, der nad
dem Nertrage an jeinem Wohnorte zu erfüllen hat, eine Nachfrift gemäß
5 326 W6f. 1 für die Lieferung der Ware nach dem Zeitpunkte beftimmt, wo
diele am Beitimmungsorte einzutreffen hat, {o it Die Hrage, ob eine
jolche Nachfriftfebung gültig oder ungültig tft, in derfelben Weije 3 beant-
Worten, mie Dies bezüglich der Frage, ob eine gemäß 5 326 Wbf. 1 gefeßte,
aber zu hırz bemeflene Machfrijt wirkungslos jet, bom NeichSgericht {tetS
gefchehen it vgl. Bent. 2, €), d.h. die NacHfrijtfeßung it de alß wirfungs-
(08 zu behandeln, Jondern Iritt nach AWolauf der a enen Beit, alfo
Srrce OS unwirkamen Nebenerflärung in Wirffamfkeit. Mol. ROGE.
Die Frilt muß eine angemeffene fein. Cine unangemefjene, zu furze Srilt
it aber nicht völlig wirkungslos. ol. dazu Bem, 5, D U 8 250 (S. 59, 60).
Die Beitimmung einer En furzen Seil behält ihre Bedeutung und Wirk
jamfeit immerbin als Willenserfärung, daß der Nihtfäumige für den Fall
nicht rechtzeitiger Nacdhholung der veraüßeLfeN Leiftung das Recht auf Schabens-
erfaß wegen Nichterfüllung oder auf Kücktritt Dom Kertrage geltend machen
will; fie tt unmwirkfam nur in Anfhaunng ihrer Dauer, weil der
nichtfäumige Teil das gefebliche Recht des Sänmigen auf eine angemeffene
Seit nicht beeinträchtigen kant und regelmäßig au nicht verkürzen will.
Val. ROE. Bb. 56 S. 231, Bd. 62 S. 68, ferner NOGE. in Zur. Wir.
(904 S. 172 Aiff. 13, 1905 S. 17 Biff. 12, 3. 1907 S. 287 Biff. 6, b,
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