Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

1. Titel: Berpfligtung zur Leijtung. S 242, 21 
oder gar übergeordnete Inftanz. Val. Yovenfiepen, Minderkaufmann, S. 14, Korn, 
Der Faufmännifche Dienftvertrag und die Verfehrsfitte in dem Gemwerbegericht 10 S, 359 ff. 
Sie ift auch für denjenigen Kontrahenten maßgebend, der fie nicht Jpeziell gekannt hat und 
wirft nicht fraft ET Üebereinkuntt, Jondern al8 eine Ergänzung des Gejeßes. 
Vol. KOST, in Seufferts BL }. RA. 1907 S. 648, 43. 1907 S. 216 Ziff. 5. Wo die übrigen 
fonfveten Umftände nicht außreichen, um das Erforderliche, objektiv zu beftimmen, bietet 
in der Kegel die Verkehräfitte einen Anhalt. „Die Sitte ift eine im Leben des Bolkes 
fich bildende verpflichtende Gewohnheit“ w. SKhering, Zwed im Recht II S. 24), fie braucht 
aber nicht die Bedeutung eines Gewohnheit redht5 zu haben, Gemeint ift natürlich nur die 
m Sitte, Et etwaige Unfitte. Yicht zu berückfichtigen bei Bemefilung einer Rechtsver- 
indlichkeit find ferner Sitten, die der Sphäre der freien Sittlichkeit, des bloßen Anftands. 
der der Mode angehören, 3. B. fog. Liberalitätszwang, Solutionszwang, Beivirtungs- 
zwang (bo. Yhering, Sn im Necht IL S. 282-—290). ES muß 1ich um Sitten des redt$- 
geidhäftlichen Ber eht8 handeln. Val. Borbem. 8 a auf S. 9; auch Dernburg, Bürgerl. N. 
U, 1 S. 25, Düringer, Richter und Rechtiprechung, Leipzig 1909, in8bef. S. 25 ff. 
„Der Gewerbetreibende muß die VerkehrSfitte gegen fich pi Taffen, wenn er nicht 
jeinen abweichenden Willen unzweideutig einem Kunden zu erkennen gegeben hat. RGE. 
vom 6. Oktober 1903 Recht 1903 S. 608. Bedenklich ift die KOES. vom 25. Oktober 1902 
Recht 1903 S. 41, D. SJur.3. 1903 S. 31 betr. Beweis der Verfehrsfitte und ihrer 
Kenntnis; m. E€. hedarf eine Berkehrsfitte des Beweiles nur infofern, al8 fie dem Gericht 
unbefannt ijt; auch ift das Gericht bei Ermittlung einer jolchen auf die von den LBarteien 
beigebradhten Nachweife nicht befchränkt, vielmehr befugt, auch andere Erfenntnisquellen 
zu bemüßen (Analogie des S 293 8RO). Wenntnis einer Verkehrsfitte ijft keineswegs 
Det erforderlich, ihre Unfenntni8 fann nur unter Umftänden al8 Srertum nach & 119 
rechtserheblidh werden. 
5. Gute Wegweifer zur Verdeutlichung von „Treu und Glauben“ bieten Gefche8- 
normen, die im hervorragender Weife billiges YKecdht Gus aequum) enthalten: ! 38 
D. de rei vind, 6, 1 (bonus judex varie ex personis Causisque constituet); BOB. 
$ 259 bi. 3 (minima non curat praetor); $ 226 (Schifaneverbot); 8 320 Mol. 2 ft 
von ber einen Seite teilweife geleitet worden, fo kann die Gegenleiftung injoweit nicht 
verweigert werden, al3 die Verweigerung nach den Umftänden, insbelondere wegen 
vberhältnismäßiger, Geringfügigfeit des rücijtändigen Teiles, gegen Treu 
und Glauben verftoßen mürde); $ 610 (clausula rebus sic stantibus); $ 829 Billigkeit 
nach den Umftänden, insbefondere nach den Verhältnifjen der Beteiligten); ferner Brü- 
judizien: ROSE. Bd. 3 S. 301, Bd. 11 S. 126, Bd. 26 dr. 33, Yd. 28 Nr. 65, Bd. 30 
Kr. 1, Bd. 32 Nr. 36. Val. ferner ROSE. Bd. 50 S. 169, Bd. 53 S. 70, Bd. 54 S. 80: 
ferner ROS. in D. Sur 8. 1904 S. 314, Sur. Wichr. 1904 S. 89. 5 
Einen Fall, in dem das Neichsgericht den Grundjaßg nicht genügend berüclichtigt 
haben dürfte, behandelt U im Sur. Wiche. 1904 S. 377 ff. (ROES. Bid. 55 
S. 129 ff). Neber einen anderen Anwendungsfall val. Borben:. zu SS 244, 245 Ah. 4 
(Geldwechtelpflicht). 
N 6. Die Borfhrift bezieht KG aufsalle Schuldverhältniffe, ohne Nückficht, ob 
ne auf Stechtögefchälten oder unmittelbar auf dem Geijeße beruben (val. Borbem. N 
©. 7 DDen). 
Sie ijt maßgebend für Ort, Zeit, Art und Maß der Leiftung, 
” Die ergänzenden Normen über den Inhalt der Leiftung enthalten die 85 133 und 157 
für rechtsgerchäftliche Schuldverhältnijie. Vet den unmittelbar auf gejeßlicher Vor- 
TcOrift Gantenden muß durch Auslegung des Geiches agehunden werden. oh eine Vers 
Dflichtung entitanden ijt oder nicht. 
N 7. Nedhtipredhung: ROS. in Sruchots Beitr. Bd. 51 Beibl. 910, 23. 1907 
S. 220 Biff. 4, Bank-Archiv Bd. 6 S. 119 Seftitellung eine8 nach dem an der Börfe 
notierten Breije vereinbarten Kaufpreifes bei nomtriglihem Wegfall der Börfennotierung); 
ROSE. in L3. 1907 S. 658 Ziff. 2 Auslegung der Bahlung unter Vorbehalt); ROES. im 
„Recht“ 1907 S. 696 Biff. 1414 (maßgebend Ut die am Erflärungsorfe Kt 
Berkehrsfitte) Bad. Ripr. 1907, 233 (Verkehrsfitte maßgebenb fr, Beme jung der 
Veiftungen zum Schube des SE gemäß S 618); NOS. im „Kecht“ 1907 
S. 1314 Bi. 3268, Heil. Nıpr. Bd. 8 S. 108 (Bemellung der Zeit, innerhalb welcher der 
Ybruf des Käufers zu erfolgen hat MOGE. Bd. 60 S. 160 ff, Sur. Wichr. 1905 S._240, 
Necht 1905 S. 279 Nr, 1261, S. 645 Nr. 2656 (Keine Pilicht des vertragStreuen Teils 
SE dem fäumigen zu befonderen Hufwendungen, Preisgebungsrecht). RGE. in 
28. 1909 S. 390 Dr. 8 (Bertäuter braucht der nachträglichen Anweijung des Käufers, 
die Ware an einen andern al8 den im Vertrag vorgefehenen Beftiuumungsort zu jenden, 
nicht Folge zu Leiften, wenn feine Lage dadurch wirklich erfchiwerf wird) Man vergleiche ferner 
ROSE yanı & YKonenıher 1907 bei Warneher, Sahrb. 1908 Mr. 39 (Iren und Olauben
	        
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