Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

4, Titel: Draufgabe, Bertragsjirafe. SS 343, 344. 311 
N b. En de R. I, 50, 17 (Quum principalis causa non consistat, plerumque 
die a8 YefOiEn quae sequuntur, locum habent), Yuf diejenigen Strafvereinbarungen, 
zum Se elbitändige (brinzipale, Fonftitutive) Tediglich die Verpflichtung Zur Strafleiftun 
Haglore Mn eines Schuldverhältnifies machen (8 343 Al. 2) N ncbeigndere au u 
Hoingend erbflichtungen it er nicht zu beziehen. Leßtere finden eine Schranke nur an 
Cichtig D em Hecht oder den guten Sitten. E$ jteht hiernach, mie Derndurg Il S. 249 
Berta pen an fich nicht8 im Wege, bloß foziale Verpflichtungen Dr felbftändige 
Bo. Seien indirekt erzwingbar zu machen. Val. au Kohler, Arch. f. bürgerl. RN. 
ergibt fi . 25, 3wölf Studien I S. 25. Für Naglofe N NE (Naturalobligationen) 
(Sm e % dies auch arg. a contrario au8 8& 1297 und deflen Entftehungsgefhichte, 
\Orift titen Entwurfe galten Verlöbniffe als „unwirkfjam“. Daher war für He, eine Vors 
und rear die NEE OCT durch Vrivatfirafe befonders ausfloß, unnötig 
Darnad € nicht getroffen. Der zweite Entwurf erklärte Verlöbnilje nur für „Maglos“. 
tragsftr mußte die NMichtverbindlichteit der auf den Bruch des VBerlöbniileS gefeßten Ber- 
geiOah afe, wenn man fie feftitelen wollte, bejonders vorgefchrieben werden, was auch 
das ; Dernburg a. a. ©.) Bloß foziale MNerpflichtungen find auch nicht ausdrücklich Durch 
Lecht8 & eB für unwirkffam erklärt, ihre Unverbindlichkeit folgt nur aus dem Mangel eines 
vehtsge LET iDen Verpflichtungswillens, val. Vorbem. I, 8a, b zum Il. Buch S. 9. — Ob die 
oma ANtliche Verpflichtung zu einer beliebigen Handlung oder Unterlaflung gegen ein 
jelOften ben Gejeh oder die guten Sitten Deritögt, ob demnach auch die Vereinbarung einer 
Berii K igen Berfragsitrafe zu ihrer indirekten Erzwingung unftatfbalt ift, Laßt Jich nur mit 
daß di tigung der individuellen Sachlage beftimmen. an fan feineswegs behaupten, 
zur bein erpflichtung, nicht zu rauchen, mit jemandem m tanzen, eıne beftimmte Berjammlung 
und Dihen Oder nicht zu befuchen 1. dal. unter allen Umftänden gegen den Anftand 
Öreibeit OAEN Sitten veritoße oder eine unzulälfige Befchränkung der individuellen 
€. 
Au. Bweifellos jedoch fallen unter 8 344 und find auch im Wege einer elbitändigen 
Strafabrede nicht DH Ten 8 find au g felb{i g 
a) Vertragsftrafen, welche den Zwed einer zwingenden Formvorihrift 
bereiteln mürden, 3. DB. eine Umgehung de8 8 313 bezweden, Die troß des 
Sormmangel8 gegebene VBertragsitrafe kann na Wa werden. Val. 
ROS. vom 30. Oktober 1902 in Sur. Wir, 1902 Beil. 14 S. 281, ROES. 
op 10. Januar 1903 Iur. u 1903 Beil. 4 S. 32. 
Vereinbarungen einer Mertragsitrafe, melde eine Buwiderhandlung gegen 
ein zwingendes Gefes S 134) inzbejondere auch gegen ein abfolutes 
Beränußerungsverbot erzwingen foll. N 
Dagegen kann ein rivatveränßerungsSverbot, o6w09l dinglich unmwirkam 
S nr ST N durch eine Konventionalftrafe obligatoriicdh gefichert werden 
V a 
Vereinbarungen einer Nertragsitrafe, durch die eine den guten Sitten 
zumwiderlaufende Handlung erzwungen werden 1oll. | 
Streitig ift, inwieweit „Vertragsjtrafen _itattDaft_ Hind, durch welche bei 
{og. Kartellen, Syndilaten oder aM Trufts, fei e3 in rem 
vertragsmäßiger (Gejellichaft) oder in genofienthaftlicher Form 3. B. unter 
der Horm einer Gejellichaft mit befhränkter Haftıng) die Deigetretenen 
Produzenten fih zu einem Deftimmten Berkanufspreije oder ZU Nebertragung 
ihrer route zur Beräußerung an die Gejellichaft verpflichten. Val. Kohler, 
Arch. 1. bürgerl. NR. Bd. 5 S, 218. Robhler erklärt nur die vor dem Austritt 
aus dem Kartell verfallene Vertragsitrafe fir Hagbar. N. MM. Dernburg 11 
S. 250. Die Sicherung gegen zügellofe Konkurrenz verftößt an ich weder 
gegen ein Gejeß, inZbefjondere Richt gegen bie Gewerbenrbnung noch gegen die 
uten Sitten. ol. bayr. Oberft. LO, in DIL. X RU. Bd. 53 S. 191. Immer» 
in darf das KündigungSr edht nicht durch extragfirafen befchränkt werden. 
Val. au Bem. IV, 2, h zu $ 705. 
Unzuläffig find nach S 152 Abt. 2 der Gew.D. alle Strafabreben unter 
Getverhetreibenden, gewerbliden SGehilfen, SGefellen oder Fabrikarbeitern 
wegen Verabredungen und Vereinigungen ZUM Behufe der U 
günjtiger Cohn- und Arbeitsbebingungen, insbefondere mittelit 
Einftellung der Arbeit oder Entlaflung der Arbeiter. SE RNGESE. vom 
27. November 1901 in Sur. Wichr. 1902 S. 30 Nr, 30, KO . Bd. 50. S, 28. 
ee find Strafabreden zum Zwede der öffentlichen Sperrung des 
Se) häftsverkehr8 mit einer beftimmten erfon la Val. ROT. Bd. 28 
S. 238; Neger, Entich. d. Gerichts und Verwaltungsbe jörden Bd. 11 S. 280. 
VBertragsmäßige Konfkurrenzverbote find an 110 nicht A {ofern 
nicht im Ce ralle das Berbot nach feiner Art und Dauer, Towie nach Jonftigen
	        
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