5. Titel: Rücktritt. Borbemerkungen, 315
®) Da3 Recht, durH Anfechtung einer Willenserllärung einen Vertrag zu hefeitigen,
unterfheidet ih vom gefegligen Rüdtrittsredt fowoHl in Anjehung der Bor:
auSjegungen al8 der Wirkungen. Die Vorauzjegung für die Anfehtung Hit
bereits mit dem Vertragsjehluffe gegeben, der, weil mangelhaft, eine rechtliche
Sebundenheit der Kontrahenten nicht erzeugt Hat. Die Wirkung der Anfedhtung
it dinglicH (abfolut) — mwirkjame Fiktion ber Nichtigkeit ex tunc (8 142).
d) Die Erklärung, SchadenserjaH wegen Niterfüllung zu fordern, ift kein Rück:
tritt. Baal. Borbem. zu den SS 325—327, IV S. 247 ff. Der Vertrag bleibt in
diefem Falle an {iq beftehen und bildet eben die Grundlage des SchadenZerfaß-
anjpruchs; wenn der SchadenSherechtigte nad unjerer Anfiht (vgl. Borbem.
S. 248 ff., Bem. 1 zu 8 325, Bem. 2, y zu & 326) in der Kegel die Differenz
zwifjden Leiftung und SGegenleiftung fordern kann und nicht, wie z. BD. KG
meint, zur Anbietung der SGegenleijtung, wenigjiens nicht unter allen Um:
ftänden verpflichtet ijt gl. Insbefondere Bem. 1 zu 8 325), jo ergibt fich dies
au3 der compensatio lucri cum damno, vgl. S. 249 f.
%ol, a 1. Wirkung der Nücktrittserklärung. 1. Der Mücktritt Hat nur obligatorif he
ren % - 5. er äußert in fubjeftiver Beziehung Wirkungen Nur zwijden den Parteien und
Ania SOtSnacfolgern; et hebt da3 Vertrag3verhältnis unter den Barteien auf. Nach ber
Ce T E der I. Kommtijion (€. I S& 427, Mot. II, 280) jollte er nur eine zivil-
ine Einzede in fi {Olieken, daneben allerdings die Berpflihtung der Parteien
alio ie ji gegenfeitig [o zu behandeln, mie wenn der Vertrag nicht gefhloffen wäre,
der IT HoRgeheN Leiftungen zurücdzugemähren. Mit Recht wurde dieje Konfiruktion in
Bo. 69 Dmmijfion befämpft (BP. I, 787). Vgl. dazu vor allem Dertmann in Bl f. RA.
tritt, 1 S. 65 ff, RS. Bd. 50 S. 266 f. Die Meinung der 1. Kommiffion, daß der Rück
me od nicht geleiftet it, nur eine Sinrebde gegen das ipso jure fortbeftehende
Dern erhältnis begründe, wird zurzeit nod) vettreten DON Crome, Syftem II 8174 S. 200,
die ne II S. 240. Der Rücktritt wirkt aber au nidht wie eine auflöfende Bedingung,
Der Aandene Rechtaveränderung wird nicht (8 158 61. 2) von felbit wieder aufgehoben.
Üüctritt 15 ft:
a) das NechtZverhältni8 ipso jure auf, jo daß 3. DB. ein VBerfäumnisurteil nicht
zuläffig it, wenn lich die Tatjade de Rücktritt aus dem Klagvorbringen
argibt, ferner auch ein Verzicht auf die Ritckiritt3wirkfungen nicht ohne weiteres
den Vertrag wieder wirkjam madht (BPland Borbem, 2, a zu 8 346);
d) er Iöft das Recht8verhHältni3 nad rückwärts (ex tune) auf; feine Wirkung wird
fiftizijh zurücbatiert;
B) er begründet unter den Parteien ein neueS, auf Nücdgemähr gerightetes
Necht8verhHältnis, das RKüctrittEverhältni8, eine obligatio ad restitu-
endum, für ba3 die Borfchriften des 8 347, nicht die Grundfäge über unge:
rechtfertigte Bereicherung maßgebend find.
Wie dingliche Verträge finden die folgenden Vorfhriften jomit an fi feine un-
arte Anwendung (RGES. in Jur. Wichr. 19038 Beil. S. 79).
Bege Se Da übrigen die folgenden Vorfehriften nur di8pofitib find, fo feht ‚nichts ‚im
in Si aß die Barteien dem Rücktrittvorbehalt au dinglihe Wirkung geben, fie önnen idn
ihn fol einer Rejolutivbedingung auffajjen. Bei Beräußerung von Grundjtücen bedarf aber
ÜG u er dinglider Vorbehalt der Sicherung dur VBormerkung im Grundbuch; Handelt e3
an m beiweglide Sachen, jo bleiben die Borjehriften zugunijien de8 guigläubigen (Erwerber&
°rührt (S 161 Abi. 2 und 3).
gütor| Wenn die Parteien hei einem dingligen Vertrage dem Ritektrittsvorbehalt nur obli:
% Tide Wirkung geben wollen, jo find die SS 346 ff. entipredend anwendbar. Bgl. land
em. 3 zu S 346.
7 3, Unzuläffig ift ein Rückrittsvorbehalt in der Kegel bei familienrechtlighen und erbs
Ötfligen Geihäften.