344 II. AbjoOnitt: Erlölchen der Schuldverhältniffe,
BR. TLIV cap. 15 $ 14 Nr. 1; Mommfen, Beitr. zum Obligationenreht Bd. 1 S. 225 ff;
Stammler, SchuldverhHältnifje S. 225 f., Endemann, Einf. I 8 141 zu II, 3, I, Crome, Syftem H
8 181 Anm. 8, Saft, Anfprudstonfurrenz und Gejamtfhuldverhältniz S. 84—99; vgl. and
Jjay, concursus duarum causarımı lucrativarum, Diff. Straßburg 1905, Tiqage8, concursus
duarum c, 1., Diff. Göttingen 1895).
Die M. IL, 80 bemerken Hiezu, die richtige Ent{Heidung werde {ih im einzelnen Fale
an der Hand der Borjehriften über den Einfluß des Cintritt8 der objektiven Unmöglichkeit
der Seiftung (8 275) oder im Wege der Auslegung des Gejeke8 oder des RarteiwillenZ von
ielbit ergeben. Val. dazıt Crome II S 181 Anm. 8.
Allein da Erlöfhen wegen Unmöglichkeit der Leijftung kommt beim concursus causa-
rum lucrativarum nur fumulattiv neben dem Untergange durHh Zweckerreidung in
Betracht. Val. au Kuhlenbek, Von d. Band. z. BGB. 1. Bd. S. 557. Die Hier vertretene
Uuffaffung finden mic neuerdings beitätigt durd) die lehrreide Unterfuchung über den Unter”
gang der Obligation dur Zwederreidung von Dr. iur, Veter Mein, Berlin 1905.
Bal. insbejondere a. a. OD. 95, 193 ff.
QI3 typifide3 Beijpiel für den concursus duarum causarum Iucrativarum führt Kein
iolgenden Fall an: „In Bonn wohnt ein unbemittelter auSgezeichneter Geiger. Sein Herzens:
munfd märe, eine dem H gehörige Geige käuflich zu erwerben. Bon diejem Wunfjhe erfahren
bie Mufikfveunde F und Z. F beftimmt teftamentari{h, daß dem Geiger die H’ihe Geige
verfhafft merden folle, Z verpflidhtet ih durh notarielle8 Schenkung2verfprechen dem Geiger
die H’ihe Geige zu verfgaffen. F wußte bet feiner Verfügung zuguniten des Geiger8 nidt?
don der großmütigen Abfiht des Z und umgekehrt. F fticht. Z erwirbt H’8 Geige und gibt
fie (solvendi causa) dem hHochbeglücten Geiger. Kann diejer nun noch gegen die Erben8 F’3
2u8 ber teftamentarifjdhen Verfügung F’8 Anfprüche geltend maden?“ Mit Leonhard in
Ed8 Borträgen über daz Recht des BGB. Bd. 1 S. 384 Anm. 6 und Zitelmann nimmt
Klein an, daß nadhzuprüfen fei, ob die beiden Forderungen zwedidentijch find, und daß allein
in diejem Falle Erlöichen der andern Forderung durd Zwe derreidhung anzunehmen fet.
„Wäre alfo anzunehmen, daß F in feinem Vermächtnis nur von der Verfhaffung fprad, UM
dem Geiger die Annahme des Vermächtniffes auf eine ent{predhende Geldjumme annehnıbarer
zu madjen, fo müffen die Erben F’3 eine Summe in Höhe de3 Werte8 der H’ihen Geige an
den Geiger herau8zahlen. Wollte aber F Iediglih, daß der Geiger das heftimmte Knfirument
erhalte, jo werden die Erben X”3 durch Z’8 Leiftung frei.“
Dies entfpricht im wefentliden der {Qvn von mir, Bon den Band. z. BGB. Bd. 1
S. 557, aufgeltellten Behauptung, daß e3 beim concursus causarum Iucrativarum Iediglid
auf die Erforfhung des ParteiwilenZ im einzelnen Falle anfomme. Im Gegenjaße zu Kein
a. a. ©. halte id jeboch daran feft, daß im Zweifel nad Analogie des 8 2017 Abi. 2 mit
dem geltend gemachten Anfpruch nodmals ber Wert der Sache verlangt werden kann. Val.
aud) Enneccerus, Sehrb. 4./5. Aufl. T, 28300 S. 202, Für die hier vertretene jog. Willen?
au8slegungstheorie vgl. au Arndts, Fort. zu Glüds Rand. XLVI S. 257 f., Wind“
jcheid, Band. II S 343 a Anm. 6, Kehbein, Bem. 1, c zu den 88 362—371.
Untergang der Obligation dur Zwederreichung im weiteren und engeren
Sinne: Zwed der Obligation ift fiet3 die Befriedigung eine Bedlürfnifies des Gläubiger®-
8u unterfdheiden {jt aber der jurifjtijdhHe Zwed vom Skonomilden, wirt{daftliqen.
Beide Zwede fallen kfeineswegS in der Megel zufjammen; auch find Anfprüche zuläifig, die
leinen wirtjchaftlihen, vermögensrechtliden Zwed verfolgen. Val. Borbem, I, 8 zum II Bud
S. 8. Zu einem juriftifden Zwede geftaltet fi au der Leabfichtigte mirtfhHaftliqe
Erfolg erft dadurch, daß jeine Erfüllung unmittelbar durch den Anjpruch erzielt wird, dadurd,
daß diefer Erfolg ein Element des Anfpruchsbegriffes wird. In zahlreichen Fällen dient der
Anfprudg nur dazıt, dem Gläubiger die Möglichkeit zu befjhaffen, fein mwirtjchaftliches
Bedürfnis zu befriebigen. Bal. Rappabort, Einrede (1904) S. 166 ff, Laft, Anfpruchskonkurrenz
und Gefamtihuldverhältni3 (1908) S. 27: „Der jurijtifjche Zwed des vermögensrechtlichen
Anibruchs it (demnach) bald der mirtichaftliche Erfola, dent der Anipruch dient, bald und in