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II, AbjOnitt: Erlöjchen der Schuldverhältnifie.
befonderen Erfünlungsvertrag fordern, bei deffen NMichtzujtandekonmen
Schuldner lediglich die condictio sine causa, 88 812 ff., anftellen tönnte.)
Richtig ijt, daß in allen Fällen zu c, ß Gejhäiftsfähigkeit auf beiden
Seiten erforderlich tft, da der Leiltungsakt fie vorausiekt. Val. Bem. 2
zu S 362,
Die Erfüllung kant auch einjeitigeS, nidt empfangSZbhedürftige8 RehtS*
gefhäft fein, menn bie Leiftungspfligt auf Abjhluß eines Rechtageichäft?
mit einem Dritten geht, mas z. B. beim Auftrag vorkommt. Balı Schollmeyet
II S. 275.
8, Die Zahlung. Eine Unterart der Erfüllung ijt die Zahlung im engeren Stunt.
Dieje unterfcheidet {ih von der Zahlung im weiteren Sinne (uumeratio) dadurch, daß NE
animo solvendi, solvendi causa gejdtieht. Die Zahlung im weiteren Sinne dagegen bes
deutet jede Nebereignung von Geldftücen, jer e8 nun, daß dieje solvendi causa, fei eS, daß
jie cıedendi causa, zur Begründung eines Schuldverhältniffes, z. B. heim Darlehen Dder
zu andern Zweden, z. B. donandi causa, gefchieht.
x) Die Zahlung im engeren Sinne erfordert zu ihrer Wirkjamteit, daß det
Släubiger Eigentum an den gezahlten SGeldftücken erlangt. Nach BOB.
SS 932, 935 genügt Hiezu guter Glaube de3 Gläubiger8 beim Empfang
der Geldjiüde, au wenn der Zahlende nit Eigentümer war, währen?
nad tönt. Hecht die Vindikation des fremden Eigentümers erft dur
Ronfumtion bzw. Vermifhung der Geldjtüce mit denen des Empfängers
auSgefchlofjen mar. (L. 14 8 8 D. de sol. 46, 3). Wenn aber der
Sfäubiger beim Empfange nicht im guten Glauben ijt, jo wirkt au
nach BGB. die Zahlung nicht al8 Erfüllung; denn der dritte Eigen“
tümer fann das Geld, folange e& erkennbar beim Gläubiger vorhanden
ift, vindizieren, eventuell fondizieren. Val. 8 948; Kuhlenbek, Bon d.
Band. z. BOB. II S. 535; RGE. Bd. 24 S. 314; Köhler in SruchotS
Beitr. Bb. 36 S. 556; Comte, Erwerb des Eigentum? an Geldftücken,
Berlin 1887; Hohenemijer, Ronjumtion des Geldes, Marburg 1892; Rod,
Die Erleichterung für Eigentumserwerb an Geld nach gem. KR. und
BGB., Koftod 1901; Niemeyer in GoldjHmidtz Ztjchr. f. GN. Bd. 42
Note 2; Endemann, Lehrb., Buch II S 141 Anm. 1. (Konftitutive 21
'olutorifjdhe Zahlung).
Neberweifung an Girokonto. Iit Zahlung dur Vermittlung des Giro“
fonto3 nicht vereinbart, [o kann fie vom Schuldner zurücgewiefen werden.
Sur. Wichr, 1892 S, 483 Nr, 22. Wenn die Neberweifung als Erfühung
vereinbart ijt, fo ijt fie mit der Umfohreibung erfüllt.
Sm Girokontoverfehr bei der Reich3hank wird die Zahlung in dem
Augenblic bewirkt, in dem der Überwiefene Betrag dem Bezeichneten
zugejdrieben wird. Die Benachrihtigung ift ohne rechtlide Bedeutung:
Berfügt die ReihSbank eine Sperre des Kontos eineS Girokunden, 19
wird dadurch nit das Girokontoverhältni3 aufgehoben, jondern Ss
werden nur Auszahlungen au3 dem betreffenden Konto gehindert. Mit
ber Konkurseröffnung erlifdht der Girovertrag mit dem Kunden. Vorher
aber jind Neberweifungen auf dazZ Konto des Kridar3 wirkjam, au
wenn die ReichsSbank die Zahlungseinftellung gefannt Hat. Kammerget-
vom 3. November 1902, NRipr. d. OLG. Bd. 6 S. 77. m übrigen befreit
die Zahlung auf Girokonto de8 Gfäubiger8 anftatt barer Zahlung den
Schuldner nur, joweit der Gläubiger dadurg bereichert wird. (Urt. D-
DLS, Hamburg in Kipr. d. OLG. Bd. 7 S. 1838.)
y) Sahluna unter Borbehalt, val. Dem. 4 zu 8 362.
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