1. Titel: Erfüllung. $S 362. 353
Der Vorbehalt kann den Sinn einer echten Bedingung, und zwar fowobhl
einer Mefolutiv- als auch Suspenfivbedingung haben (fog. Eventnalzahlung tm
Begenfaß zur Definitivzahlung). Beifpiel (vgl. Stölzel a. a. D. 11 S. 186 ff):
„unter dem Vorbehalt jollit Du bezahlt fein, daß mich in den nächften acht
Tagen meine Wechfelgläubiger nicht drängen“.
Welchen Sinn ein Vorbehalt hat, ft lediglich Sache der Auslegung;
land Bem. 3 zu & 362 nimmt zwar an, daß im Zweifel die Auffahfung zu 2
zugrunde zu legen jet. IM. S. befteht aber weder eine praesumtio Juris
noch auch nur facti. Zweifello3 ift, daß der Schuldner, der daraus Hecht
Gerleitet, dem Vorbehalt und aljo auch feine Tragweite zu beweiten Hat.
ROES. Bd. 29 S. 116, 119.
Bon felbft verfteht ih der Se und braucht alfo nicht erwiefen zu
werben, im Sinne zu b, wenn der Schuldner auf @rund richterlichen oder
adminijtrativen Zwanges eiftet, wie Beim vorläufig vollitrecbaren Urteil
oder im Falle des S 36 des Pr. Enteign.®. vom 11. Suni 1874 oder auf Grund
eine8 unter Vorbehalt der Rechte ergehenden Urteils. Val. ZBO. SS _717,
302, 540, 541, 599, 600, 780. Bei der Nückforderung mit Norbehalt gezahlten
Stempel8 trifft die Beweislaft den Fiskus. ROS. Bd. 26 S. 46, 55, 56,
Bd. 30 S. 173, 174, 175. .
Bei unfreimilliger Zahlung im Falle u d wird die Beweislaft nicht
berändert. Sur. Wichr. 1898 S. 56, 57; ROSE. Bd. 26 S. 55, Bd. 30 S. 174;
a. M, RGE. Bd. 7 S. 172.
3) Streitig ift, ob der Gläubiger zur Annahme einer mit Vorbehalt
gemachten Bablung berbrlidtet iit. Stölzel a. a. ©. S. 186 ff. bejaht
die Annahmepfliht. U. M. KRebbein I S. 270. Nach unierer AUnficht {it
zu unterfcheiden :
a) Ein Vorbehalt in dem oben zu a gedachten [Hwädhlten Sinne berechtigt
den Gläubiger nicht zur Ablehnung, da diefer Borbehalt nichtS an
den gefeßlihen Folgen der Leiftung ändert. Val. Wand Bem., 3.
Dagegen braucht der Gläubiger eine Veiftung in dem zu b, € gedachten
Sinne nicht U da eine folde Bahlung Keine vollitändige
Erfüllung ift. ol Liebknecdht a. a. OD. S. 41 f., Dernburg, Bürger.
U S, 282, and Bem. 3, Ennecceru8, Lehrb. 4/5. Aufl. I, 2
N S. 155, NOS. Bd. 30 S. 174.
Öläube, Nach dem Wortlaute des 8 362 Abi. 1 muß die gefHuldete Seijtung an den
bigers iger bewirkt werden. Dies bedeutet aber Empfangnahme feiten8 des Öläu-
dark nur für Jolde Fälle, in denen die Erfüllung der Mitwirkung des Gläubigers be-
gef ein 3meijeitigeS oder wenigitens8 empfangSbedürftiges einfeitiges NechtS-
ält Üt. Daß dies nicht immer der Tall ift, fiehe VDorbem. S. 348 ff.
Leit Nur in den Füllen, in welchen der Gläubiger, fei e8 auch nur durch Annahme der
Fang, mitwirken muß, 3. B. bei der Geldzahlung, it die Erfüllung durg Gef Dale
an jateit des Gläubigers bedingt. Doch erhält auch in leßteren Hallen bei Erfüllung
S ar gefhäftsunfähigen oder in der Gefchäjtsfähigkeit befcOränkten Gläubiger der
CA St eine. Einrede (exceptio doli bzw. auß der ungerechtfertigten Rereicherung),
lonau 0S Geleiftete an den gefeßliden Vertreter gelangt oder beim Empfänger nach Er-
endet Ag Ct Sefchäftsfähigkfeit noch vorhanden oder wenigftens in deflen Vorteil ver-
z Dem Gläubiger darf f i ü ji i
aM . Gläubiger darf ferner nicht das BerfügungsredhHtüber die Forderung
Hogen fein. Hier kommt in Frage:
a) Ronfkur8 des Gläubiger8. RO. 886,7 Abl. 3, 8. Hat der Schuldner nach
Eröffnung des Verfahrens an hen Gemeinihuldrner geleiftet, fo wird er
Jefreit, wenn .
a) entweder das Geleiftete in die Malle nn it, oder ,
8) er in Unfenninis der Eröffnung des Ronkuırfe8 geleiftet hat. Diele
A we TEE nn nn N or der öffentlichen Be-
anntmacdhung der Eröffnung erfolgt. KL. S 8.
b) Ken ehner mwaltung. 886,7 der 88. finden entiprechende Anwendung.
. 8 1984, , ;
») Gericdhtlidhe 2b der Forderung. Diefelbe wirkt gegen
A En? (Drittfchuldner) erft mit der Zuftellung des Gerichtsbefhlufes.
) . 8 829. . ;
Di d) Se beachten i{t endlich S 574 für Zahlungen des Mietzinfes.
lichen Dt Seiftung fanıt nicht mır an den Gläubiger felbit, fondern au an deffen gefeb=
Ö oder bevolmächtigten Vertreter erfolgen:
takdinger, AGB 11a (@ubhlenbhek, Necht der ScohuldverHältnifie). 5.76. Auft.
)}