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Tilgung jämmtlicher Schulden aus, jo wird diejenige Schuld getilgt, weldhe er
bei der Seijtung beftimmt.
Xrifft der Schuldner keine Beftimmung, fo wird zunächit die fällige Schuld,
Unter mehreren fälligen Schulden diejenige, welche dem Gläubiger geringere Sicher-
Te bietet, unter mehreren gleich ficheren die dem Schuldner läftigere, unter mehreren
gieich (ältigen die ältere Schuld und bei gleichem Alter jede Schuld verhältniß-
mäßig getilgt.
z in 267; 1X, 815; 111, 360.
„4. RMeihenfolge, in welcher mehrere Schuldverhältnifie mit gleidhartigen
Keiungsgegenitünden durch eine zur Tilgung fämtlider Schulden nicht aus-
ende Keiftung getilgt werden.
Vorausfeßung der Anwendbarkeit des 8 366 ift: ,
a) daß mehrere auf gleimartige Leiftungen gerichtete Schuldverhältniffe
wijchen Ddemfelben Släubiger und Schuldner beftehen. Die Kegeln des
S& 366 finden au Anwendung, wenn durch ein und Ad tat Sohuld-
verhältnis im weiteren Sinne mehrere gleichartige Verbindlichkeiten
des Schuldners gegen den Gläubiger En ba 3. DB. au8 einem MietS-
verhältniffe meter MietSraten. Wal. Band Bem. 1 zu S 365. U. M.
Niendorf, Mietrecht II S. 136 Neumann, Jahıb. I S, 269), welcher in der
Zahlung einer MietSrate eine Teilzahlung erblidt und daher dem Gläubiger
die Deftimmung überläßt, ob und auf welche Schulden er fie annehmen will.
Die Auslegung Niendorfis beruht auf einem Mißbrauch des fog. arg. a
contrario, {ojern {ie das Mebeneinanderbefteben mehrerer Schuld-
verhältnifie im meiteren Sinne al. VBorbem. I, 1 zum I. Buch S.3) fordert;
der Ausdruck „Schuldverhältniffe” kanıt auch in dem Yorbem. zum 1. Buch I, 3
S. 4 erürterten engeren Sinne aufgefaßt werden und dies H{t Jogar im BOB.
die Regel. Val. S 241. Das Recht des Gläubiger, eine Teilleiitung
zurüczumeijen, mird dadurch nicht berührt. Baal. S 286. .
Eine Teilleiftung legt vor, menn eS fih um eine bloße Yuote eines
auß ein und demjelden Schuldarunde entjprungenen, fälligen Anfpruchs
handelt. Der Gläubiger kann eine foldhe Leilletftung ablehnen, fofern
nicht eine der in Bem. 4 zu & 266 genannten Ausnahmen gegeben ift; lehnt
zr {te aber nicht ab, {o muß er nach $S 366 zunächft bie einfeitige Beftimmung
des Schuldners, event. die ergänzenden VBorfehriften des Ubi. 2 gelten lafjen.
Sm Gegenfaße zum PLR, IL. | Lit. 16 58 150 ff, daS nur von Zahlungen
jpricht, bezieht ih S$ 366 auf Leiftungen jeder Art; e8 ift auch nicht
notwendig, daß eS fich um vertretbare Sachen handelt; doch müffen die
SGeiftungen nur der Snattung nach beftimmt und muß die Sattuna hei allen
diefelbe fein. land a. a. O.
Die Leiftungen müffen gleichartig fein, d. h. cs müflen entweder,
bei Sachleiftungen, Sachen derjelben Gattung in Frage kommen, } B. Geld
oder vertretbare Sachen, 3. B. Waren derjelben rt, oder Gandlungen der
Urt, daß ihr wirtichaftlidher Inhalt unabhängig {it von der Berton bes
Släubigers. Val. 8 399.
3 366 Wbf. 1 feßt eine freiwillige Leiltung voraus. Fraglicdh ift, ob S 366
Aof. 2 auch auf zivangsSweije Beitreibungen ent{predende Anwendung
findet. Dagegen Dernburg II S 117, Rehbein Bem. 15 zu 55 362—371,
Endemann | $ 141 Bem. 47. Mit Planck Bem. 5 zu S 366 wird die Frage
zu bejahen jein; denn nad $ 819 ZRO. iit bei der Zmwangsbolliredung die
Empfanagnahme des OS durch den Gerichtsvollsieher als
Rahluna von feiten des Schuldners anzırfehen. Selbitueritändlich it biete
IS BOB, in _966; Strudmann, dafjelbit
} . ering3 SYahrb. Bd. 32 S, 99—123, 262—266; Stru t
SS. 383 ©. 251 Y ; N Ohne arednung einer Zahlung des Schuldner auf mehrere Geld=
Aulden had) gem. N. Difiert. Koftod 1894; Genden-Linden, Auf EN a bene
a "derungen {ft eine dom Schuldner geleiftete Zahlung, welde nicht zur De Gras gt
'9 gen AUSreicht, anzurednen? Gretjäwald 1895 (3. Abel); Ofiig, N EEE
S bel); Rogge, Difi. Greifswald 1900; Faften an, Die Souldtilgung > Se ehrheit don
Eetderungen de ®Gläubiger8 gegen denfjelben Schuldner. Diff. Leipzig ; reti mar,
eülung ©. 109 #f.; Pringsheim, Das Necht des Blirgen zu NHeitimmung und Wahl in
TUdota Bejtr. AN k9 & 136