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wi Eine Forderung kann von dem Gläubiger durch Bertrag mit einem Anderen
% diejen übertragen werden (Abtretung). Mit dem Abfchlufje des Vertrags tritt
T neue Gläubiger an die Stelle des bisherigen Öläubigers.
5. I, 293, 294 9I6j. 1, 2; IL, 342; IH, 392.
Abt 1. 3ur redhtsgefhäftlichen Mebertragung einer Forderung auf einen neuen Gläubiger
km Sefung) i{t ein Vertrag erforderlidh. Eine einfeitige AWbtretungserMNärung
a bertragun der Forderung nicht bewirken. ;
ÖlE I dem Mbihlufe des Berirages (SS 151, 152) zwiidhen dem bisherigen
Äner Coer und dem neuen ®Öläubiger geht die Forderung auf leßteren über.
S ER? Mitwirkung des Schuldner bedarf e8 nit.
trag uch eine Anzeigeanden Schuldner ikt für die KechtSwirkfamkeit der YNeber-
orderlig, jei e8 gegenüber dem Schuldner, jet e8 gegenüber einem Dritten — nicht
Sem An volle Wirkung entfaltet der Zeffionsakt (Akt der Yebertragung) fo fort mit
dem yltandefommen, d. h. durch die Dloße Erklärung der Söillenzübereinftimmung zwilden
iSherigen Gläubiger (Zedent) und dem neuen ©läubiger (Beftionar):
-) zwijgen den Vertragihliegenden felbit, und zwar unabhängig von dem
Rechtägrunde der a (Beffionsarund, causa). Die Mebertragung
{t gültig, menn aud) das Grundgefchäft (Kaufalgelchäft, Zeffionsgrund) aus
rgendeinem Grunde nicht zujtande fommt. Dies ft ot zu bene da
jei der Formlofigkeit des Vebertragungsaktes Ddiefe, felbit der Wi jenfhaft
‚ange verborgen gebliebene En Der Beftion und ihre Unter»
icheidung vom Srundge[häft im Rechtsverkehr zumal dem Laien oft nicht
jewußt wird; die SE 3. B. wird einfach „verkauft“, „verfhenkt“ u].
Wenn auch der Kauf, die Schenfun ungültig ijt, bleibt alfo die mit Der
Willenseinigung über die oblantoriiche causa verbundene Eee
iber Die Mebertragung felbft al abitrakter (dinglidher) Vertrag wirkfam.
Bol. Borbem. 11, 1 S. 4211. (Die Bezeichnung der Zorberungsiibertragung
118 eines dinglidhen Bertrags ift neuerdingS8 wieder beanjtandet worden
durch v. Chur in feiner Kezenfion diejes Komm. in der D. Iur.83. Val.
ıber dagegen Schöninger, Forderungsabtretung zum wel des Cinzugs, im
Archiv f 5. ziwilift. BPraris Bd. 46 n. SF. [96] S. 164 ff.; die HZeifion it eine
Juasi-traditio, {ie geht Der Eigentumsübertragung parallel, das Weien der
Üebertragung liegt {tet® in der Uebertragung vorn Rechten, jei eS nun an
Förperlichen San oder an ForderungsSrechten ; abitraft ift die Neber-
tragung in dem Sinne, daß bioßer Mangel der causa feineswegs MNichtig-
;eit oder Anfechtbarkeit derfelben nach fi zieht, fondern nur dem Be-
veicherungsan{prudh aus S$ 812 Kaum Täßt.) Dur, wenn der Ungültigfeits-
nicht bloß das ©rundgefhäft, fondern au den in dem äußerlich ein-
eitlichen, innerlich aber doppelten Del ftecenden, ZeifionSvertrag: nit-
ergreift, 3. 3. wegen mangelnder Ge GHäftsfähigkeit, mangelnder
At ift auch der Beffionsaft unmwirffam. |
Bur Sültigfeit des Zeilionsaktes it nach allgemeinen Grundfägen eine
zeniügende Be {timmtheit jowohl des GegenfitandesS der Nebertragung
1l8 au der Perjonen erforderlich.
N Begenitand: Die Korderung felbit muß derart individualifiert
ein, daß beftimmbar ift, mas die Ben in fi begreifen Toll. Val.
N S. 345 11, Seuff. Arch. Bd. 7 Nr. 20, Striethorft Arch.
Bd. 30 S. 7, ROSE. Bd. 20 S. 235, Seuff. Arch. Yd. 55 S. 460
Jr. 235, Gruchot, Beitr. Bd. 26 S. 956; Bl. f. ETC in
Sa 1907 S. 179 (Beffion aller dur zukünftige Lie KU
am die net %.8 entifebenden FJorderungen), dagegen val. NÖES.
in Sur. Wir. 1907 S, 707 Ziff. 11.
Sofern jedoch die Forderung, die abgetreten werden foll, ge
nügend beftimmt ift, fann auch eine fünftige Hoxderung abgetreten
merden. Da die Einigung fon vorliegt, wenn die Forderung entfteht,
'o gebt in diejem Falle die in der Perfon des Bedenten entitehende
Xorderuna fofort mit der Entitehung auf den neuen Gläubiger
— —_
Äbtr *) Qiteratur: Bal. Literatur zu S. 418 f.; inabejondere zu Bem. 1,8, « v. Thur,
etung Hinftiaer Korderungen, Bankarchiv Bd. 7 S. 277 ff.