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dagegen in Venedig und in Genua. Dagegen steht, was die absoluten
Erträge anlangt, Mailand mit über 3 Mül. L. oben an, dann folgen
Rom mit über l 1 /^ Milb, Florenz und Bologna mit je über 600000 L.,
in weitem Abstand kommen dann die anderen Städte, an letzter
Stelle Venedig.
Für die Beurteilung der Bedeutung der Familiensteuer für den
öffentlichen Haushalt der Gemeinden sei noch ein anderer Maßstab
gegeben. Wir gruppieren die Gemeinden nach der Größe des
prozentualen Anteils der Familiensteuer an ihren ordentlichen Ge
samteinnahmen. In der folgenden Tabelle haben wir nach den Er
gebnissen der Etats für das Jahr 1907 sechs solche Gruppen gebildet
und zwar mit Unterscheidung nach Compartimenti (d. s. größere
geographische Gebiete) und Landesteilen. Die Erträge der Mietsteuer
sind, der amtlichen Statistik zufolge, in denen der Familiensteuer
mit enthalten. Doch werden hierdurch die rechnerischen Ergebnisse
nicht sehr beeinflußt, da die Mietsteuer nur rund x / 7 des Erträgnisses
der Familiensteuer erbrachte, auch die Zahl der Gemeinden, die
beide Steuern zugleich erheben, verhältnismäßig klein ist 1 ).
(Tabelle siehe S. 155.)
Nach nebenstehender Übersicht erbrachte die Familiensteuer (ein
schließlich Mietsteuer) in mehr als */* (36 °/ 0 ) aller Gemeinden, die
sie erhoben, bis zu 5 °/ 0 der ordentlichen Gesamteinnahmen; in rund
“lg (65 °/ 0 ) aller Gemeinden betrug der bezügliche Anteil bis zu 10 %.
Bei nicht ganz 4 °/ 0 (232) der Gemeinden entfielen auf sie über 25 ° 0
der ordentlichen Einnahmen 1 2 ). In 9 Gemeinden bildete die Pamilien-
steuer 3 ) sogar den wichtigsten und überwiegenden Bestandteil der
Einnahmen. Es sind dies freilich sehr kleine Ortschaften. Obenan
steht Oarrega (in der Provinz Alexandria, 2400 Einw.) mit 68 °/ # , dann
folgen Sant’ Angelo a Cupola (in Benevent, 3209 Einw.) mit 61 °/ 0 ,
Ossi (in Sassari, 3066 Einw.) mit 56 °/ 0 , Falmenta (in Novara, 1561 Einw.)
mit 53 %, San Nicola Baronia (in Avellino, 1123 Einw.) mit 52 °/ 0 ,
Tiana (in Cagliari, 737 Einw.) und Bimasco (in Novara, 419 Einw.)
mit je 51 %, Bellino (in Cuneo, 922 Einw.) und Oarbone (in Potenza,
1682 Einw.) mit je 50°/o-
1 ) Im Jahre 1907: 300 Gemeinden.
2 ) Es sind fast nur ganz kleine Ortschaften, in denen die Familiensteuer eine
größere finanzielle Bedeutung hat. So sind unter jenen 232 Gemeinden allein 176
mit je weniger als 3000 Einw.
3 ) Die Mietsteuer kommt in jenen 9 Gemeinden kaum in Betracht.