I. Ab{Onitt: Inhalt der Schuldverhältnifie,
d) Nah PB. IS. 298 war zur Megelung der fog. mittelbaren BefhHädigung in
einem $& 221 a folgende Fafjung vorgefhlagen:
u Sit dur den die ErfagpfliGt begründenden Umftand einem Dritten
ein Schaden entftanden, wegen Ddeffen der Dritte von dem Srjaß-
derechtigten Äbtretung des Erfaßanipruch3 zu verlangen berechtigt it,
jo erftrect fi die Erjakgpfliht auf den dem Dritten entftandenen Schaden.
Hat Jemand im eigenen Namen fülr Rechnung eine Anderen einen
Vertrag mit einem Dritten gefhloffen, {vo ijft im Falle der Nicgterfühlung
von dem Dritten der Schaden zu erfeßen, welden derjenige erlitten hat,
Hir deffen Rechnung der Vertrag geichloffen wurde:
eventuell mit dem Zufaße:
Die VBorfehriften de8 erften AbfageS finden entfpredenbe Anwendung,
wenn dur eine zum Schadenzerfake verpfligtende Handlung Segen:
itände beihäbdigt find, welche der Beichäbigte einem Anderen hHeraus-
zugeben verpflichtet ift.
Inwieweit durch die Fafjlung diefes Paragraphen zum Entw. I, der aus
cedaftionellen Gründen abgelehnt wurde, wifenfchaftlid richtige Ergebniffe
jormuliert werden jollten, ergibt fi) aus dem zu a—c Gejagten. Hinzuzufilgen
ift nur noch, daß bei Berträgen zugunften Dritter der Verfpredhungsempfänger
gegen den Schuldner, der die Unmöglichfeit zu vertreten Hat, jelbjtverftändlich
aud) auf Schadengerjag Magen kann, und zwar kann er Hierbei jowoHl fein
zigene8 fonkurrierendeS (nicht koinzidierendes) Intereffe al au dasjenige des
Dritten geltend maden, bezüglihH des leßteren aber nur Leiltung an den
Dritten verlangen (8 335).
II. Kanfalzufammenhang.*) Da das BSGB., wie überhaupt das moderne Mecht, bei
Bemejlung des SchadenZerjaßeS fihH grundfäßlih auf den Standhunkt der fog. relativen
Neftimation fiellt, jpielt in allen Sqhadenzerfagprozefjen die Frage eine große Rolle, ob bzw.
mie weit ein Nachteil, ein Schaden, fei eS im weiteren oder engeren Sinne, auf dasjenige
Ereignis zurücdzuführen ift, für das der in Aniprug Genommene Hajtet,. Denn nad) diefem
Prinzip haftet er nit bloß für den unmittelbar durch das Ereignis zutage tretenden Schaden,
jondern auch für den mittelbaren d. hH. die weiteren Folgen desjelben auf die Gefamts»
dermögenSlage des SGejchädigten. Den ZufjammenhHang biejer Folgen mit dem fhädigenden
Sreigni3 bezeichnet man al Kaufalzufammenhang. Damit Iommen wir auf einen Be-
ziehung3begriff, der au funfjt in der Rechtspflege und KechtZwiffenfchaft von größter
Bedeutung {ft und daher eigentlig nidt nur in dem allgemeinen Teil des bürgerlichen
Hecht3, jondern eher und {nftematiich richtiger in der allgemeinen Brinzivienliehre der NMechtas
»
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*) Ziteratur: vv. Zhur, Ueber den Begriff der Berurjadhung, Feftrede 1894; Crome,
Syftem IL S. 75, 76; derjelbe, Bartiariidhe Recht8geihäfte (1897) S. 300—3811; v. Thur
in Gründui8 Zeitfhrift Bd. 25 S, 529—581; Hellwig, Vertrag auf Leiftung an Dritte
(1899) S. 82—98; Negelsberger in Yhering3 Kabrb. f. Dogmatik Bd. 41 S. 251—288;
Kümelin, Die Berwendung der Kaufalbegriffe, Archiv f. d. zivilift. Praziz Bd. 90 S. 171—344;
3u3 der Judikatur vgl. u. a. ROGE, Bd. 27 S, 125, Bd. 40 S. 174 und 189 ff.; NR. Guer,
La relation de cause ä effet, Zanjanne 1904; Traeger, Der Kaufalbegriff im Straf: und
Bivilrecht 1904; Wiedhom8ki, Die Unterbrechung de3 KaufalzujamnmenhHang3 1904; Litten,
Die Erjakgpflicht des Tierhalters 1905; Rumpf, Zum jeßigen Stande der Lehre von der
adäguaten Berurjadhung im Zivilrecht, JheringS Yahrb. Bd. 49 (1905) S. 333 ff.; Litten,
Beiträge zur Schadbendzurehnung nad röm. und bürgerl. Recht, IhHeringS Jahrb. Bd. 49
11905) S. 419 ff. Radbrucdh, Die Lehre von der adäquaten Verurjachung, 3. Heft des
1. BandesS dern. F. de8 v. Lisztihen kiminalift. Seminars; Heß, das Märchen vom Kaufal-
zufammenhang; dazu die Kritif von Ahpelius, Krit. Vierteljihr. Bd. 45 S. 103 f.; Geb,
Raufalzufjammenhang al? projizierter Wunichzulammenhang, Archiv f. d. zivilift. Praxis
Hd. 97 S. 45 fi.; Weyl, Syftem der Berfhuldensbegriffe im BOB. S. 553 ff; Brecht
Syitem der VBertragshaftung in JheringS$ Jahrb. Bd. 53 S 251 ff., Dd. 34 S 85 f.; KudHlen-
vet, Der Schuldbegriff al3 Einheit von Wille und Boritelung in uriächlicher Beziehung zum
Nerantwortlichleitserfolaga, Leibzia 1902