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I. Aoidnitt: Inhalt der Schuldverhältnifie,
ıber auc diefe Haftung am fog. eigenen Berfchulden des Berlegten, 8 254.
Bol. 1.30 89, 1.52 pr. D. 9, 2 (domini negligentia) und in der jog.
Unterbrechung des Kaufalzujammenhangs durch felbjtändig haftende
dritte Berfonen (mediei inscientia) Vgl, zu 8 S, 51, 52.
Das grundjäglih audh das BGB. bieje weiter gehende zivilrechtliche
Haftung des dolojen Urhebherz billigt, beftätigt $ 848, ein Beifpiel der
Berurfachung im ftrengiten Sinne der 19g. conditio sine qua non,
Fahrläffigkeit: Dieje {ft gleichbedeutend mit Undvorfidhtigkeit, weldhe8
Wort Ihon den Mangel an Borfidht, d. H. an Vorausficht, fennzeichnet.
Der gejebgeberifhe Grund aber, der die Haftung für mangelnde „Bor-
icht“ rechtfertigt, {ft nicht die Tatfache des NichtvorauSjehenS an fig,
ondern ein Vorwurf, der diejerhalb dent nicht borfichtigen Subjekte
gemacht wird, und ein folder it nur begründet, wenn der Erfolg bei
Aufwendung der im Berfehr erforderlidhen Sorgfalt Hätte vorau&-
zejehen und aljo vermieden werden Können. Infofern ift objektive
‚allgemeine) Boransfehbarkeit des Schaden hei {Huldhafter
SchadenZhHaftung unerläßlih. (Val. 1. 31 D. ad leg. Aqu. 9, 2 (quod
a diligente provideri poterit). Sür eine ungewöhnlidge Ge:
Haltung des Kaufalverlaufs im Vermögen de3 GejdhHädigten
raucht daher der bloß faHrläffige Urheber nicht aufzufommen. Er haftet
nit für den Kaufalverlauf fhlechthin bis zur äußerften Grenze der
erft ex post erfannten GedingungSverhältnifje, jondern nur foweit, als
diejer konkrete Kaufjalverlauf einer auf allgemeine Beobadtungsrefultate
5e3 Seben8 fig gründenden ridHterlihen Proguofe entipricht, die der
Nidter nachträglich anzuftellen hat, indem er fihH in die Situation des
Arheber8 im entjheidenden Zeitpunkt der GHaftungsbegründung verfeht
und bon hier au8 (ex praesenti, scilicet ex statu, quo ante) mit
einem generellen Erfahrungswifien, nicht auf Grund feiner ex post
:rworbenen Kenntinifje aller fonkreten Momente die Möglichkeit des
Erfolge berechnet. Der adäquate Kaufalzufammenhang umfaßt alfo
nur diejenigen Folgen, weile Hervorzubringen dazZ al8 HaHrläffigkeit
bezeichnete jubjeftive Verhalten im allgemeinen geeignet erfcheint,
veil e8 eine erfahrung3mäßige Tendenz befibt, Erfolge folder Art
Jerborzubringen. Vgl. Kuhlenbek, Bon den Band. 3. BGB. II S. 122.
So zweifelloS {dhon das röm. R. Val. 1.48, 1. 44, 1, 45 pr. $ 1 D. 19, 1
ut non sit cogitatum a venditore de tanta summa — iniquum
videtur in magnam quantitatem obligari). Daß für Fahrläffigkeit
Mne geringere Haftung al? für dolus befteht, beftätigt audg 1. 45 8 1,
Sit. in fine (si sciens — omnimodo). Val, auch 1. 13 D. 8,2. 1.3984
- 40 pr. D. 389, 2; vor Allem aber Bem. 6 zu 8 251.
Die UnIö8barkeit des juriftifchen Kaufalzufammen-
jang8 von der Art und dem Grad der Verfduldung beweift
hon die friminaliftijche Betrachtung folgenden Fal8: A transportiert eine
Rifte, ohne zu wiffen, daß fie einen Erblofivftoff enthält. Angenommen,
die RMifte trage die falfhe Auffehrift: „Porzellan! Leicht zerbrechlich!“
Der B min dem A einen böfjen Streich {pielen und bringt ihn mit der
Rifte zu Fall. Nehmen wir an, B’8 VBorjag fei jedenfal8 nur auf Sach:
jefchäbigung gerichtet gewefjen. Die SKifte explodiert, und A wird {Hwer
verlegt. ZweifelloS Haftet Hier B wegen vorfäklicher Sacdhbehädigung,
Strafrechtlicdh kann e8 jedoch jdhon zweifelhaft fein, ob auch wegen
jahrläffiger Körperverlegung; denn die fOwere Körperver-
(eBuna mar für ihn nicht dorausjehbar. Daageaen i{{t feine
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