1. Titel: Kauf, Taufh. 88 461, 462.
633
urchforfchen verfucht, val. insbef. die Unterfuchungen von Schollmeyer in SXherings
Sahrb. 3b. 49 S. 53 ff, Krückmann, Unmöglichkeit und Unmöglidhkeitsprozeß im Archiv f.
) 3tbilift. Praxis Bd. 101 S. 207 ff.; ). ferner Krahmer, Gegenjeitige Verträge S. 110 ff.
Appmann, Archiv f. d. ziilift. Nraris Bd. 102 S. 283 f., Blume Recht 1907 S. 351 ff.
md Yerings Sahrb. Bd. 55 S. 209 ff, insbef. S. 212 ff.
I. Zur allgemeinen Charalkteriitit diejfer Rechtshehelfe des S 462 fei folgendes
jerborgehoben: '
a) Vorausgefebt wird vor allem das Beftehen eines Mangels im weiteren
Sinne des 8 459, fomwie auch die bereits erfolgte Nebergabe der
gekauften Sache {. in lebterer Hinfiht NOS. Bd. 53 S. 70 ff. und Iur.
Wichr. 1905 S. 230 ff.) . , .
| Yeber Wandelung im Falle einer Zuviel= Lieferung vgl. Seuff.
Cl pn Bd. 62 Nr. 205, auch Seuff. Arch. Bd. 54 Nr, 41 mit
achwort.
. Wenn nach dem Willen der Vertragsteile der Kaufpreis durdh das
jahverjtändige Ermejjen eines Dritten beftimmt murde, 10
müflen infoweit die AUnfprüche wegen Mängel als ausgefchloffen gelten,
)., ROS., Recht 1908 Nr. 46.
Ueber die Bedeutung der Aaufel: „Abweichende Yualität it durch
Gamburger Arbitrage zu ordnen“, vgl. DLS®. Hamburg, Iecht 1908 Nr. 961.
Die Sachlage muß derartig fein, daß der Verkäufer den Mangel nach
Maßgabe der SS 459, 460 auch zu vertreten hat (vol. hiezu auch DLO.
Hamburg Recht 1907 Nr. 2536).
Sit leptere8 der Fall, fo gewährt & 462 dem Käufer zunächft auf obli=
Satorijdhem Gebiet einen perfönlichen Unfipruch auf Wandelung
oder Minderung. Das HGB. 1äbt nämlich biefe beiden Rechtsfolgen kein e5»
weg8 fofort fraft des Gejehes eintreten, fondern begründet in eriter
Yinie nur Anfpriüche, welde der Käufer zu verwirklichen hat.
‚\ Ueber diefe Vermirklidung und insSbefondere über die meiteren
N A auf dinglichem Gebiete Dbeftimmen die
38 465, 467 BOB. Der Grunditandpunkt des BOB. ijt dabei
der, daß die Verwirklichung der mehrgedachten Rechtsfolgen nicht
7hon dur eine einfeitige Erflärung des RäuferS hervor-
gerufen wird, vielmehr it das Mecht auf Wandelung und Minderung
al8 AniprucG geftaltet, Fraft deflen der Kärfer die Rükdgängig-
nacdhung des KaufeS oder die HerabfeBung des KaufpreifeS ver=
'angen fann. Diefe SB ole des MechteS al3 eines Anfpruhs
Jezweckt, insbefondere auch auf die GemäHrleiftungsfrijt die Ber-
(ährungsfrijten anwendbar zu machen, val. Me. II, 238 ff, B. I,
376, 708, 800, {owie $ 477. _
Jeber den näheren rechtliHen Inhalt des Wandelungs- und
Minderungsanfpruchs |. im einzelnen unten Dem. IV.
Der Wandelungsanfpruch kann übrigen3 auch grundbüicherlich vor-
zemerft werden, |. Bem. HN, 1, a zu 5 883.
Zpweit durch den Kaufvertrag zugleid Rechte eines Dritten
jegründet wurden, entiteht im Sale der Wandelung ein Anfprucdh des
LäuferS gegen den Verkäufer auf Befreiung. Sin Erlöfchen folcher
Rechte durch die Wandelung felbft dagegen fann infolge de3 oben be-
;onten obligatorifchen Charakter3 der Wandelung nicht eintreten. Val.
Düringer-Hachenburg (1. Aufl.) Bd. 3 S. 143, Sur. Wichr. 1899 S, 244.
Eine Wandelung i{ft ferner nur gegenüber einem rechtSgültigen
Bertrage möglich, wobei fidh die Folgen nach Nücktritts-GOrundfäßen
& 467) regeln. Gegenüber einem an fih nichtigen Bertrag, aber
zit e8 feine Wandelung; ein nichtiger Vertrag hat die durch
38 812 ff. geregelten Solgen. Val. ROES., Jur. Wir. 1909 S. 492.
Üeber AuZichluß des Wandelungsrecht8 durch Verzicht, Vers
äunßerung, Sngebraudhnabme, Verihledhterung 20, der
Raufiache vgl. näher Bem. IL zu & 467. N
Ueber Anwendung des 8 254 bei Wandekungsanfprüchen val.
Bem. 6 zu $ 254. , ,
3) Das Beftehen eines Anfpruchs nach S 462 entipringt unmittelbar
118 der Gemährichaftspflicht bes Verkäufers, Daher it bei Er=
hebung einer der beiden Klagen im RehtSgrunde nicht notwendig,
xt Da Beiteben eines Dbeitummten SchadenZ oder eines Deftimmten
7}