1. Titel: auf. Taujch. S 462.
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n. Diefer Anfiht folgen: Bland und Dertmann zu S 462 und S 465, Dernburg,
Bürgerl. N. II Abt. 2.8 186 Anm. 11, Endemann S$ 161 Unm. 36, Schollmeyer a. a, &.
S. 16 {f., Windiheid-Kipp Bd. 2 S. 656, 657, Emerich, Kauf- und WerklieferungSvertrag
S. 73, 74, Slechtheim in Oruchot, Beitr. Bd. 44 S. 65 ff., Kloß im Jächt. Ach. Bd. 9
S. 373 ff., Schröder a. a. OD. S. 25 F., Heuer im „Recht“ 1902 S. 97, ferner DYertmann
m „Recht“ 1904 S. 4 ff., SGelmig, Anjpruch und Klagerecht S, 383, 1. ferner au Krück-
Hann in Bl. f. RA. Bd. 70 S. 585 und im Archiv f. D. zivilift. Praxis Bd. 98 S. 420 N. ;
Uee Tiraxi8 f. Ripr. d. DLG. Marienwerder) Bd. 4 S. 35 f., Braunfchweig) Recht
5 €. 161.
Die andere Auffaffung leugnet einen folden Anfprudh des Käufers auf Ver
'ragSabihluß und gibt dem Käufer aus dem Kaufe einen direkten Anfpruch
uf Rücgängigmachung Wandelung) und Preisherabiegung (Minderung) im Einklange
mit dem gemeinen Kechte und dem € I. (Im ES, I fehlte eine dem $ 465 ähnliche Be-
dimmung. Die M. 11, 230 und auch 239 Haben die EN a mit Dürren
Worten abgelehnt. Val. auch Jacubezky, Bem. S. 92—93: „Gemeint Yt, daß der Ver:
äußerer, ohne daß e8 nt eine8 neuen Bertrag8 bedarf, (ih fo foll behandeln laffen,
Die wenn der Vertrag rückgängig gemadt und die Gegen Herabgelebt wäre“.)
; Auf diefem Standpunkte eben: Sccins in Öruchot, Beitr. Bd. 43 S, 316 ff,
{. auch Bd. 51 S. 529), Lobe im Sächt. Archiv Bd. 9 S. 104 If., Enneccerus Bd, I S. 537 MM.
Ärhaufen in Sur. Wichr. 1900 S. 771, Staub zu $ 377 HGB. Anm. 60 ff, Matthiaß in
D. Sur.3. 1902 S. 205 ff., Neumann Bem. 2, Kuhlenbek in Bem. 1 zu S 465, Diüringer-
Se den burg 85. 3 S. 137 ff., tn bejonders eingehender Darftellung ferner Franz Haymann in
Öruchot, Beitr. Bd. 46 S. 509 F., außerdem Zhiele im Archiv f. d. zivilift. raus Bd. 93
©. 387 ff Lanabheineken in „Anfprucdh und Einrede nad dem BOB.“ ©S. 215, Müller in
Bi. f. RI. Bd. 69 S. 45 {f., Biermann im Archiv f. d. 3ioilijt. Praxis Bd. 95 S. 315 ff,
|. ferner auch Srande in BI. f. RU. Bd. 72 S. 517, Grabner in Gruchot, Beitr. Bd. 50
S. 254 ff. und mit teilweifen Abänderungen Bd. 51 S. 515 ff, Merbach, Inhalt und Biel
de8 MechtS auf Wandelung, Diff. Dresden 1908 (Schönfeld). De die EEE des
Reid sSgericht3 nähert jich diefjer Nuffallung, vgl. NOS. Bd. 66 S. 73 ff, Bd. 58 S. 423 ff.
Bd. 59 S. 97, Bd. 70 S. 198, Oruchot, Beitr. Bd. 51 S. 170.
Die lekgtere Meinung verdient den Vorzug.
Die fog. Vertragstheorie taucht zum erftenınale in den Brot. a. a. DO. auf und
Durde hier von der Mehrheit der Kommiffionsmitglieder dem S 465 unterftellt,
: €3 fragt {ich nun in eriter Neihe, ob der Inhalt des S 465 feinem unmittel-
daren Wortlanute nach zur Annahme der VertragSätheorie zwingt oder nicht?
Dies it zu verneinen: S$ 465 will feiner Sortfotlung nach nur befagen, daß die
Wandelung oder Minderung vollzogen ift, wenn ih der Verkäufer auf Verlangen des
Räufer8 mit ihr einverftanden erflärt. ES ift aber darin durchaus nicht Aa in
daß ein derartiger Vertragsabichluß der einzige Weg jei, auf dem der Bollzug der
Wandelung und ENDETE in die rechtliche Cr{cheinung treten fönne, oder daß eine
Nageweife Geltendmachung Direkt auf Rückgängigmachung oder Minderung damit aus:
geichloffen ein folle. & 465 mil lediglich den Zeitpunkt, im mwmeldhem das Wahlrecht
)e8 Räufer8 zwifdhen Wandelung und Minderung ausgefchloffen wird, hinausfchieben his
Yır Einwilligung des VerkiuferS über eine einfeitige Erklärung des Wahlberechtigten (vgl.
Me omann a. a. OD. S. 544). Mit anderen Worten: Solange ein Vertrag über dıe
Bandelung oder Minderung nicht vollzogen if, kann der Räufer feine
Wahl noch ändern (alternative Unfpruchskonkirrenz, nicht alternatives Schulbber-
hältni8 im Sinne der 88 262 ff., val. Kuhlenbek zu S 465).
Eine genauere Betrachtung der Verhandlungen in Zweiter Lefung ergibt au,
daß die Boriehrift des 8 465 von vornherein wenigiten8 nicht dazu beftimmt war, an
dem Ynhalte der von dem erften Entwurf beftinmten SGewährleiftungsaniprüche irgend
2twa3 zu ändern, und daß im übrigen die Mehrheit der HH. Romm. über die große Zrag-
weite der aufgeftellten neuen Konftruktion nicht im Aaren war vgl. hierüber im einzelnen
Hayınann a. a. D. S. 532 ff. und auch Biermann a. a. OD. S. 315 ff).
€ Innen aber zudem aus anderen NMormen des GejeHe8 direkte Belege
dafür entnommen werden, daß das Gefeß jelbit die Vertranstheorie durchaus nicht als
Srundnorm betraiet , U
Sn dieler Hinficht {ft vor allem 8 478 von Wichtigkeit, der ergibt, Daß fi die
Wandelung auch ohue Vertrag vollziehen Könne. S 478 aibt nämlich auch nach der Boll-
mbung der Serjährung da8 Recht der Wandelung oder Minderung als Cinrede, wobei
el6it von den Verfechtern der Vertragstheorie vorausgefeßt wird, daß diefe Einrede auch
‘Don v or der Verjährung beftehe. Der Käufer macht aber mit der WandeiungSeinrede
ualeih das Recht auf Wandelung geltend, ohne daß eS alfo_ eines Vertragsichlufes
Jedarf (val. hiezuw insbefjondere Staub a. a. D., Matthiaß in BD. Sur.8. 1902 S. 208 und
Datımann a. a. ©. S. 544).