1. Titel: Kauf. Zaufch. S 463.
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Rerte 5. Ueber den Fall eines zur Zeit des Naufsabihlufies fchon vorhandenen, dem
N erfäufer bekannt gewefenen und von ihın argliitig ver] miegenen Zehler8 vgl.
benfalls 9, II, 229.
a) „Mrglijt“ murde nach BP. II, 686 (Itatt bloß wifjentlich) hier gefeßt, „um
iejenigen Fälle auszufcheiden, in denen der Verkäufer einen Mangel anzu-
zeben unterlafien hat, weil er annahm, daß der andere Teil den Mangel
“enne“. Im übrigen vgl. über den Begriff des argliftigen Ber:
Hweigen8 im einzelnen die Bem. 3 zu S& 460, auch Yipr. d. DLG.
Hamburg) Bb. 12 S. 58, Recht 1907 Ir, 1632, Bl. f. KU. Bd. 72 S, 937,
28. 1907 S. 343, Bayr. 3. f. NM. 1908 S. 44, f. ferner au ROSE. Bd. 62
S. 300 (Merkt der Berkäufer heim Verkauf eines Orundftücks, daß der
Aäufer Hinfichtlih der ©@rö Be von einer faljhen Annahme ausgeht, {0
Zandelt er argaliitig, wenn er den Käufer hierüber nicht aufflärt.) Wal. ferner
zuch wegen ber Mufflärungspflidht des Verkäufer8 allgemein
Bem. VIN, B, g zu 8 433, Bem. 2, a zu $ 439, ROEC. „Bd. 62 S, 151,
Recht 1908 Hr. 1531, 1909 Ver. 240, 813, 1292, Sur. Wichr. 1909 S. 48,
Kipr. d. DLG®. Bd. 17 S. 388, Bd. 18 S. 62 Anm. 1.
zn alle argliitigen BerfchweigenS von bekannten Fehlern zur Beit des
Bertragsichlufies Kommt außer 8 463 auch die Anfechtung wegen Betrugs
88 123, 143) oder Irrtums (SS 119, 121) in Frage, fowie im Bufammen-
hange damit der Bereiderungsanfiprudg SS 812 #) und im Sale dee
BetrugS auch die Anfprüche megen unerlaubter Handlung aus SS 823 ff.
in8bef. & 826. Vol. hiezu näher Borbem. 5, g vor $ 459 und Bem. IV, 14
m 8 459, Bem. VI zu 8 123 in Bd. I; f{. ferner oben Bem. 3, C und
Rorhem. MU, d vor $ 823. Zu beachten ijt insbef., daß der Tatbejtand des
argliftigen Verihweigens von bekannten Seblern im Sinne von 8 463 Sag 2
ich weber mit dem Tatbeltand eine8 Betrugs nad S 263 St@B. noch
ilechthin mit den Erfordernijien des 8 826 deckt, val. NOS. vom 26. No-
pember 1907, Sur. Wichr, 1908 S. 36 Nr. 10, NOCT, Bd. 67 S. 146.
Neber die Frage der einheitliden Zeftftellung der Nichtigkeit eines
Raufvertrags wegen aralijtiger Zäufdhung mehreren Verkäufern gegenüber
ogl. ROGES. Bd. 65 S. 399 ff.
6. Der ShadenszerfaßanfprudH au3 $ 463 ijt (natürlich abgefehen von
der fubjektiven VBorausiebung der Arglift beim Se en) von einem fubjektiven
Berihulden des Berkäufers ®. h. in Anlehung, des ieh bes Mangels) unab:
büngig N. 11, 228), denn er beruht auf der Au fafjung, daß in der Huficherung einer
Sigenjchaft regelmäßig Die Garantieübernahme für deren Vorhandenfein 3ZUT N des
Raufes Liegt Gbereinjtimmend mit dem gemeinen Rechte, vgl. Windfcheid-Riyp II S 393,
aber abweichend vom BER.). Val. au oben Bem. 1.
; Ueber die Rf{liht des Verkäufer8, {ih über die Eigenihaften feineS ver-
Auften Produkts näher zu vergewiffern, vgl. NG. in Yur. Wichr. 1908 Beil. S. 69 Ver:
lauf einer neuen Art von Sommer weizen); f. aber auch RGE. Warnener (Erg.-Bd.
10 S, 280 Nr. 269.
7. In einer. Bemerkung ‘ber MM. II, 228 wird angedeutet, daß auch hier die
Renntnis bes Käufers von dem CN ebenfo mie nad 8460 AUb1.1 CN“
%ngreift (edenfo Planck a. a. O.). E83 it in diejer Beziehung aber auch auf Bem. IV. 11, b
3u 8& 459 zu verweifen.
BR. Umfang diefes SchHadenZerfaßanfprucdhs ET „Nidterfülung” :
a) Beftritten ift, ob diefer Schadbenserfaß wegen Nichterfüllung hier nur das
Erjüllungsintereije megen Fehlens der ugefagten Sigenjaft oder
wegen NG Verheimlihung eines eflerS im fich {OließBt Go daß
ılfo der Käufer die Auflöfung des ganzen Vertrags nur fordern fan,
wenn er an Der Se im mang elbatten Buftande gar fein Intereffe
hat) oder ob hier der Schadbenserfaß wegen Nichterfüllung des aanzen Ber-
trag8 JOlechthin zu verfiehen it?
Das Reichsgericht (val. Kur. Wir. 1902 Beil. S. 235 und 279,
ROSE. Bd. 52 S. 352 ff.) vertritt den le Bteren Standpunkt, 5. h. der
Rönfer Iönne beim Fehlen einer zugeficherten Sigenichaft der Sache oder
bei argliftiger Berbeimlichung eineS Fehlers {ih unbedingt auf den Stand»
punkt $tellen, al8 habe der Verkäufer überhaupt nicht erfüllt, dürfe alfo
den Vertrag al8 gina unerfüllt behandeln und unter Burücdmweifung
der Kaunfjache jein Ad Erfüllungsinterefjte, d. b. Schadens
srjaß wegen Nichterfüllung des Vertrags Ihlehthin begehren,
ohne daß diejeS Recht an die Vorausiebung geknüpft märe, daß der Räufer