1. Titel: Berbilidgtung zur Leiftung. SS 249, 250. 59
Get „Uebrigen8 i{t die Geltung des 8 250 nicht auf zweifelhafte Fälle des $ 251
eichränkt, vielmehr fteht Das Recht der Srifjebung dem Gläubiger auch da zu, Wo er
yunüächft Maturalherftellung verlangen muß. Dem Schuldner dagegen fteht ein echt
HriltieBung SE Erklärung dem Gläubiger gegenüber nicht zu. Val. DVertmann,
Aufl. S. 35. Diefe8 Hecht der Srijtjeßung feitenS Des Gläubiger8 Laßt defien Geld-
erfabanjpruch als fubfidiären erfcheinen; 68 handelt fich um Kein Wahlichuldverhältnis,
10 daß $& 262, ingbefondere $ 264 of. 2 nicht anwendbar find. Dagegen Yt in denjenigen
Hüllen, in denen der Gläubiger bzw. Der Schuldrer von en ftatt Natural-
Deritellung Gelberftellung verlangen fann, weder Wahlichuld no facultas alternativa,
jondern eleftive Anfpruchstonkurrenz gegeben.
„2, Die Frijtbeftimmung {ft ein einfeitiges empfangsbedürftiges RNechts-
Beichäft, auf welches die 88 130—132 Anwendung finden.
‚3. Mit dem Ablaufe Der Frijt nicht ihon mit ber SFriftbeftimmung, auch
nicht erft mit dem wirklihen Verlangen der Geldentichädigung) ijt Der Anfpruch auf die
Seritellung ausgefchlofjen. Nach dem SFriftablaufe Fanır alıo einerjeit8 Der WEL
Dt mehr die Herftellung verlangen, anderfeit3 der Schuldner den Pen ohne Defien
Sinmwilligung nicht mehr Such Raturalhberitellung ent{dhädigen. A. Mi. früher in An
Tehung des länbigers Kubhlenbedk und Behrend in Sur. Wichr. 1897 S. 522, ©. Yur.3.
1897 S, 341. Die dort vertretene Auslegung, daß mur der Anfpruch des Schuldners
zu8gefchloffen fei, hat in der Praxis keine ujtunumum gefunden. a
Der Ausdruck des Gejehes „wenn nicht... ertolat“ ijt ungenau, €$ {ollte heißen
„wenn nicht innerhalb der Frijt erfolgt It“. Kublenbeck, Bon den Band. HS. 117.
mies 4, Angemefien ijt die beitimmte Frift, wenn fie nach den vorliegenden
mitänden zur ordnungsmäßigen Bewirkung der Herftellung au8reichend ift. N
€ Streitig ijt, ob der Gläubiger fediglich Hich mit der abftrakten ESrflärung begnügen
ann, daß er N eine „angemefiene“ Stift {telle oder ob er, um die Wirkung des
en 2 Gere Oren, felber eine beftimmte, nach BeitabfOhnitten, Wochen, Tagen ufw.
Bopreem eilt jeßen muß. Komeick a. a. D. ©. 34, 40, TWindicheid-Ripp 11 _& 264 Bufaß 8,
en Erhur8 zu 8 377 ©OB. fordern eine heftimmte Srift. Cbenjo Cofat $ 91
ote 12, S& 105 zu Note 25, Dernburg $ 33 Biff. 4, Tibe, Unmöglichfeit S. 147. Die
N nficht nimmt m. €. mit Recht davon Mboitand. Val. Pland (3) Bem. 2, a,
Hijcher, Der, Schaden nach dem BOB, S. 213—215: „Cs i{t nicht abzufeben, marum Der
Gläubiger die Auslegung der Gefekesworte „angemefjene Zrijt“ D, b. die Einfügung der
individuellen BeftimmungsSfaktoren in den objektiv Leitimmbaren Begriff nicht jollte im
RE E dem Schuldner überlaffen dürfen, zumal diefer die individuellen, Faktoren,
infofern e8 {ich darum Handelt, in welder Frijt er die Herftellung bemwerfftelligen kann,
beifer fennt, alg der Gläubiger“ vgl. au Crome 11 $ 151 L 2, a. Dertnann Bem. 3,
Ennecceru8 $ 162, II, Schollmeyer Note 5.
act Ob eine beltimmte Srift angemelfen it, it nach S 242 nach Treu und Glauben mit
Nückficht auf die Merfehrafitte objektiv zu beftimmen.
5. Wirkungen einer unangemeffenen Srift:
» Bunächtt N itreitig, ob der andere Teil, wenn die Frift zu furz be:
meifen ilt, EEE mwideripredhen muß unter Dem Nechtsnachteil,
daß fein Schweigen als BZuftimmung gilt und jomit eine fpütere Bean:
Itandung der Sl ausgejchloffen wird. Zur diejen Rechtsnachteil Wendt,
Archiv f 5. 3zivilijt. Praxis Bd. 92 S. 193, mit Einfchränfung ne
Umitände (Treu und Glauben) auch Staub 8. Aufl), Erfurs zu HGB. $ 374
Anm. 89, v. Müller a. a. DO. S. 24. Allein der Grundfaß: qui tacet, comn-
sentire videtur gilt nur unter Der VBorausfebung Si loquil debuit et potuit.
Eine allgemeine gefeßliche Erflärungsirift des Erfagpflichtigen ‚auf die So
beftimmung ijt niit Plan Bem, 2, € zu vernemeN, Ob im ee alle
eine Erflärung nach Treu und Ölauben mit Rückjicht auf die Verkehrs:
jitte zu erwarten ijt, ift quaestio facti. Aber auch in diefem Falle ift noch
nicht obne Weitere8 die Fiktion einer bindenden Anerkennung der Mngemellen-
Zeit zuläffig, Falls nicht etwa eine das objektive Mecht ergänzende erfehr8-
gewohnung (3. 3. SHandelsbrauch) diefe Ausleqaung rechtfertiat. X. Mi. Dert-
mann Dem. 3 zu $ 250. | ,
Streitig ft ferner, welche Wirkung einer unangemejfenen D. bh. einer
in concreto den Bedürfnijjen (objektiv) nicht entipredhenden zu
furz bemeffenen Frift zufommt. , , ,
a) Bahlreiche Schriftiteller verjagen einer Joldhen Frijtbeftimmung jede
Rechtswirkung und zwar nicht N des Gläubiger8, fondern auch
des Schuldners. So 3. B. Pland 3) Bem. 2, b, Crome S 151, 12, a,
Funecceru8 S. 412, Schollmener II S. 91. GHiernach würde auch der