I. Abjhnitt: Inhalt der Schuldverhältnifje.
8 255,
Wer für den BVerluft einer Cache oder eines Mechtes Schadenserjab zu
feiften Hat, ift zum Srjaße nur gegen Mbtretung der Anfprüche verpflichtet, die
dem SErjaßberechtigten auf Grund des Cigenthums an der Sache oder auf ®rund
7e8 RechteS gegen Dritte zuftehen.
{£&, J, 223; IT, 218: IM, 249.
a, Biwed der Borfehrift.“) Die Schadenserfaßleiftung joll für den Befchädigten
(eine Bereidherung herbeiführen. Eine jolche würde aber eintreten, wenn der We“
Ichädigte neben dem erhaltenen Schadenserfaß auch feine Aniprüche gegen Dritte behalten
amd mit Erfolg geltend machen würde,
KeineswegsS Hit im $ 255 mit Schollmeyer (I S. 39, Bem. 6 zu 8 252) eine un
mittelbare Anwendung der compensatio Iucri cum damno zu befinden; deun was nach
8 255 der Erfaßberechtigte dem Schabenserfaßpflichtigen überlalfen muß, ft fein hucrum
im eigentlicden Sinne. Bol. DVertmann a. a. ©. S. 276. Yur der Örundgedanke if
der Borteilsausgleihung verwandt. Daher it die bei der comp. Iucri erforderliche
SXbentität des die Verantwortlichkeit begründenden und den „Vorteil“ Herbeiführenden
U (vgl. oben Borbem, I, 7 S. 53) nicht erforderlich. A. M. Fifldher, Der Soaben
nach BOS. S. 247 ff.
2, Der Anfpruch auf Abtretung {teht demjenigen, welcher für den Verluft einer
Sache oder eine8 Rechtes Schadenserfaß zu leiften hat, in jedem Falle zu, gleichviel auf
weldem Örunde jeine Erfaßpflicht beruht. |
Soweit nach $ 249 Erfaß durch HNaturalherftellung zu leiften ift, aljo durch Rück
zritattung der verlorenen Sache oder des Rechtes, kann 3 255 nicht im Frage Kfonımen.
Bol. Schollmeyer 11 S. 46.
Insbefondere ijt S 255 anıvendbar: N .
a) bei vertragsmäßigen SchadbenserfaBaniprüchen, einerlei ob wegen eigener
ichuldhafter BerleBung oder auf Srund_ des & 278 oder auch auf Grund
übernommener Garantie oder gefeßlicher Sonderbeftimmung S 701, Haftung
des ©aftwirts); . N
dei Anfprüchen auZ unerlaubten Handlungen (SS 823 ff);
sei Schadenserfabanfprüchen aus vertragsähnlichen Tatbeftänden, 3. DS.
Sefchäftsführung vhne Auftrag (SS 677 ff), und aus der ungerechtfertigten
Bereicherung (SS 818 Abi. 4, 819, 820); | ” ;
Dei den mit dem Eigentumsanfpruche verbundenen SchadenserfaBaniprlchen
88 989, 990, 992); .
bei der Schadensverficherung zugunften des Verficherers. Val. NGE. vom
21. Januar 1903 in_Bd. 53 ©. 328, NOS. vom 3. Mai 1902 Yur. Wichr.
L902 Beil. S. 245, Dertmann a. a. OD. S. 282. X. M. Fifcher, Der Schaden
nach BOB. S. 251 ff. , 5 N .
Huch wenn dem Erfabpflichtigen eine vorfäslidhe Handlungsweije zur Laft fällt,
fan er auf @runb des 8 255 Abtretung der Anfprüche verlangen. L. 12 D. de re jud. 42, 1.
Doch tritt in Ddiefer Falle die Regel des & 255 gegenüber der Sonderbeftimmung des
3 840 (Haftung bei gemeinfdhaftlichem Delikt) zurüc, Val. Vertmann a. a. OD. S. 289
3, Die Abtretung kann verlangt werden: .
a) wenn Schadenserfaß zu leiften ijt für den VBerkult einer Sache, d. 9.
x) wenn die Sache überhaupt zugrunde gegangen, gänzlich zerftört i}t
“nicht bei bloßer Beichäbigung); _. ,
wenn die Sache im engeren Sinne „verloren“, d, h. lediglich dem
Befiß des Berechtigten entzogen ijt. Dem fteht es gleich, wenn fie
dem zur Herausgabe der Sache an den Eigentümer G B. auf Grund
2ine8 Schuldverhältnifes, wie Miete, Leihe) VBerpflichteten in der
Weife entzogen ijt, daß bei ihm ein Unvermüögen zur Erfitlung feiner
Herausgabepflicht eingetreten i{t.
uch dem nach S 283 (nach Ablauf der Erekutionsfrift) zunmı Schadens:
>rfaß Verurteilten ijt da Necht aus S 255 zuzubilligen. Wal. Planck
Dem. 1 zu S 255, Scholmeyer 11 S. 47;
wenn Schadenserfabß zu leiften ift für den Berluft eine8 Rechtes,
*) Qiteratur: Dertmann, Die Borteilsausgleidung beim SchadenzZerjakanipruch
S. 274—3805., Brücmann, Arch. f. bürgerl. R. Bd. 23 S. 359, 327. Val. im Übrigen
Riteratur der Borbem. III, 7 S. 53.