Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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I. Mbihnitt: Inhalt der ScohuldverhHältniffe. 
der Vindifation (S 994); ferner im Falle der Aufwendungen eineS Mandatar3, Gefchäfts- 
Hihrer8, Bormunds ufw. 
2, Der Berechtigte Kann nicht den zur Tilgung feiner Verbindlichkeit erforderlichen 
Geldbetrag, fondern nur Befreiung von der BE een Verbindlichkeit fordern. 
Dem Erfaßpflichtigen bleibt eS überlaflen, auf welche Weije er die Befreiung bewirken 
will, ob durch Erfüllung (SS 362 ff), durch Schuldübernahme (8 414) oder auf andere Weife. 
3. Solange die eingegangene Verbindlichkeit noch nicht fällig ift, ftebt dem Erfaß- 
plDtigen bie facultas alternatıva (f. Bem. 1 3u S 262) zu, ftatt der Befreiung von der 
Verbindlichkeit Sicherheit nach den BVeftimmungen der 88 232—240 zu Teilten. Sit 
dagegen die Verbindlichkeit einmal fällig geworden, {o kann der Erfaßpflicht nur mehr 
el Befreiung genügt werden. , 
Die Sicherheit muß dem Berechtigten geleitet werden, nicht dem Gläubiger 
de3 lebteren. 
8 258,*) 
Wer berechtigt ft, von einer Sache, die er einem Anderen herauszugeben 
Hat, eine Einrichtung wegzunehmen, hat im Falle der WegnahHme die Sache auf 
eine Rojten in den vorigen Stand zu jeBen. Erlangt der Andere den Befiß 
der Sache, jo Yt er verpflichtet, die Wegnahme der Einrichtung zu geftatten; er 
fann die Geftattung verweigern, bis ihm für den mit der Wegnahme verbundenen 
Schaden Sicherheit geleiftet wird. 
©. I, 479 2{hf. 3, 514 bj. 2, 588 M61. 2, 936 Ubi. 3, 1010 Mb. 1, 1815; IL 485 Mbf, 2, 491 Mol. 2 
Sab 2, 3, 541 Ubi. 2 Sag 2, 910 Ab. 1 Sak 2, 959 Say 3, 1125, 1989 Sak 3; IL, 951, 
i, NahH dem BGB. iteht das Recht, von einer herauszugebenden Sache eine 
Ginridtung wegzunehmen (jus tollendi) zu: dem Wiederverkäufer (8 500 Sat 2), dem 
Mieter (8 547 Abi. 2 Sag 2), dem Pächter (S 581 Aof, 2), dem Entleiher (S 601 Aof. 2 
Sab 2), dem Befißer x eniüber dem Bindikanten (S 997 Abf. 1), dem Nießbraucher 
8 1049 Wbf. 2), dem has berechtigten ($ 1093), dem Bfandgläubiger (& 1216) und 
dem Vorerben (S 2125). 
. 2. Solange derjenige, melder die Sache herauszugeben hat, {ich im Befiße der“ 
jelben befindet, kann er, foweit die Wegnahme überbaupt ftatthaft ift, die HR 
One Sultimmung des anderen wegnehmen, muß aber im Falle der Wegnahme die Sache 
n dem Stande herausgeben, in weldhem fie ich vor der EM der Einrichtung 
befunden hat. Diejen Stand hat er auf feine Roften Herzuftellen. Mad dem Grunde 
der Beftimmung wird die Herftellung bes vorigen Standes nicht fofort mit der Weg: 
nahme, fondern erft mit der Herausgabe der Sache erfolgen müflen (M. II, 395). 
Einridtung ijt eine Art der Verwendung, in der Regel eine baulidhe Anlage, 
;. GB. Anbau bei einem Gebäude, Bade-Cinrichtung, Nöhrenleitung. Der Begriff umfaßt 
1owohl die Verbindung einer Sache al3 wejentlichen Beftandteil$ mit der herauszugebenden 
Sache (S 997_Ahf. 1) al3 auch befondere Vorrichtungen zur befferen Benubung der heraus- 
yugebenden Sache (Gas, Wafjjerkeitung, Drainagen-Anlage). Val. Schollmeyer I1 S. 52. 
Umgekehrt ift nicht jede Verwendung eine Einrichtung, z. B. nicht Verabfolgung einer 
Arznei an franfes Vieh, Düngung eines Ackers. Einrichtung i{t jede durch körperliche 
Hinzufügung einer Sache vorgenommene Verwendung; fie feßt voraus, daß die hinzu 
nefügte Sache zum Wwefentliden Beftandteil (S 93) geworden ift. YA. M. in kebterem 
Bunfte Rrebihmar, Zentral-Bl. Bd. 6 S. 8, DVertmann, 2. Aufl. S. 51, Baring im 
jächf. Arch. Bd. 14 S, 459 ff. (E8 genügt nad Baring Gerftellung eines BZubehör- 
Jerhältnifjes.) Das Verhältnis der in den SS 256—258 geregelten Arten der Wufwenkung 
fäßt {ih durch folgendes Schema veranfchaulichen: 
_— Mufwendungen 
Nufwvendungen ie. S. Verwendungen 
Einridtungen Verwendungen 1. e. S. 
8. Sat der andere den Befiß der Sache erlanat — hen vb mit oder 
hne den Willen des zur Wegnahme Berechtigten — fo bedarf der Berechtigte zur Weg- 
nahme der Einwilligung des anderen, welche ihm jedoch nicht verweigert werden darf, 
wenn er dem anderen für den mit der Wegnahme verbundenen Schaden Sicherheit lLeiftet. 
Die Sicherheitsleiftung erfolgt nach 8$ 232 ff. 
*) Biteratur: Alein zu BOB, $ 258 in Jur. Widhr. 1902 S. 646; L. Ruge, 
Da3 Wegnahnierecht, Diffj., Berlin 1905.
	        
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