1. Titel: Berpfligtung zur Letftung. SS 259, 260. 85
5. Wird mit der Klage auf Rechnungslegung oder auf Vorlegung eines Vermögens»
verzeichnif{es oder auf Leitung des Offenbarungseides die Klage auf Herausgabe des
jenigen verbunden, was Der Beklagte aus dem zugrunde fiegenden Rechtsverhältnis
IOuldet, jo kann die beftimmte Angabe der Leiftungen, welche der Kläger beanfprucht,
vorbehalten werden, bis die Mechnung mitgeteilt, Das Vermögensverzeihnis vorgelegt
oder der Sid geleiftet it (S 254 ZBOI.). Sn diefem Falle erfolgt die Enticheidung über
die Verpflichtung zur Redhnungslegung, Borleaung dc8 VerzeichnifieS bzw. Sidesleiftung
durch Teilurteil (8 301 ZOO.
S 260.*)
Wer verpflichtet ft, einen Inbegriff von Gegenftänden herauszugeben oder
über den Beftand eines folden Inbegrifis Auskunft zu ertheilen, hat dem
Berechtigten ein VBerzeihnif des Bejtandes vorzulegen.
Befteht Grund zu der Annahme, daß das Verzeichntß nicht mit Der erfor-
derlichen Sorgfalt aufgeftellt worden ift, Jo hat der Verpflichtete auf Verlangen
den Offenbarungseid dahin zu leiften:
daß er nach beftem Wiffen den Beftand [vo vollftändig angegeben habe,
al8 er dazu im Stande jet.
Die VBorfoGrift des 8 259 Abt. 3 findet Anwendung,
&. I. 777 26% 1: IT, 699: IIL 253.
‚A. Unter einem‘ „Inbegriff von Gegenjtänden“ im Sinne des S 260 ijt nicht
zur die früher 19a Sachgefamtheit (Gerde, Bibliotbek, Gutsinventar uw.) zu verftehen,
jondern jede ebrbeit von Gegenftänden Sachen und Kechten), bei
weidher der Berechtigte nad) der Natur des in Frage ftehenden NedhHt5-
berbältniife3 nicht in der Lage i{t, die einzelnen Gegenftänbde zu
dezeihnen (D. 46). Recht 1906 S. 1192 Ziff. 2816. Keine Auskunftspfliht befteht
bei Verträgen auf Lieferung individuell beftimmter Mengen einer an fich vertretbaren
Sache. Kıpr. d. OLG. Bo. 16 S. 351, Mecht Bd. 12 Nr. 2629 (Cammerger. vom
7. webruar 1908), Seufferts Arch, Bd. 60 S. 188 ff.
Eine Verpflichtung zur Herausgabe des Inbegriffs von Gegenftänden ift im
BOB. ausgefprochen 3. B. in den SS 1421 (Gerausgabe des eingebrachten ute8), 1546 (Aus
einanderfeßung bei Beendigung der Errungenihaftagemeinfchaft), 1550 Auseinanderfebun
bei MEN 1667 (Rechnungslegung des Bater3 über Kindesvermögen CH
befondere Unordnung), 1681 ag hei Herausgabe des Kindesvermöügens8),
1686 (Kehnungslegung der Mutter über Kindesvermögen), 1890, 1897 (Iechnungslegung
des Vormunds über Volljährige), 1915 (Pilegihaft), 2130 WVorerbe); eine Abel
zur Ausfunftserteilung über den Beitand eine8 joldhen Inbegriffs 3. BB. in den
58 1374 (Ausfunftpflicht des Mannes iiber eingebrachtes Gut), 1525 bei Errungenfchafts-
gemeinfchaft), 1550 Fahrnisgemeinfhaft), 1891 WBormund gegenüber SGegenvormund), 2011
Di3hu8 al8 gefeblidher Erbe), 2012 Mahlaßpfleger), 2017 (Erbichaftsbeliber), 2127 (Bor-
erbe gegenüber Nacherben), 2314 Erbe gegenüber MPilichtteilsberechtigtent), 2362 (VefibBer
eineS unrichtigen Erbiheinz gegenüber dem wirklichen Erben). Val. ferner SS 314 (Au8-
Zunft über Zubehör einer Sache), 419 (Vermögensitbernahme), 667 (Herausgabe aus einem
Yultragsverhältnis) 681 (Geichäftsführung), 713 (Gefellichaft). .
Der 8 260 findet audH auf den Agenturvertrag Unwendung, vol. Breit, Agent
und Gejchäftsherr in Goldbeims Monatsichr, 1905 S. 225 ff. (Die Mitteilung eines
Buchauszugs enthält eine Auskunftserteilung, die Sefamtheit der dem AWugenten gegen den
Sejchäftsberın zujtehenden Provijionsforderungen it als ein „Subegriff“ im Sinne, Diefes
Paragraphen anzufehen. Bal. Reichsger, in Gruchots Beitr. Gb. 47 S. 910 ff, D. SIur.3.
1903 S, 274, Neumann, Jahrb. 1906 S. 92.) 5
3. Vorlegung des Beitandverzeichniffes, .
a) N OTaUSieBENG! Die Verpflihtungzur Gerausgabe des Inbegrifis
von Gegenffänden muß auf einem gem ein{® aftlidhen bejonderen
Rechtsgrunde beruben: „Die Einheitlichkfeit diefes Nechtsgrundes bildet
das Band, welches die Mehrheit der herauszugebenden Gegenitände zu einem
{ { ihnis in ZtiOr. d. D
terielle Bermögensverzeichnt Bio 4
N 7 4 ff A in HoldheimS MonatZichrift 190
o4.3. 1908, S. r ‚ A
S, 295 $.