6. Titel: Dienftvertrag. S 626. 1063
nachen? € muß dies zuläffig fein, jedoch ohne rüchwirfende Kraft in bezug
auf die erfte unberechtigte Kündigung. Öl über diefe Frage Staub Anm. 7
8 70 OSB. und die dort zitierten Schriftfteller, Nelten S. 623, 753,
Burchardt S. 57, RGE. Bd. 32 S. 249, Sigel a. a. D. S. 167 ff, fowie
auch) Bayr. 3. f. NM. 1906 S. 26.
Ein BerziGt auf das einmal entftandene RündigungsSredt ift
möglich und zuläffig (ebenfo Dertmann in Bem. 6). Bol. auch oben Bem, 3, b.
Wenn der Dienitberechtigte 3. B. vom vertragsmüßigen Kündi-
aungSrechte Gebrauch machte, obwohl ibm die Gründe befannt waren, die
ibn zur jofortigen Kündigung ermächtigt hätten, {fo kann er nicht nad
ırä Es von lebterem Rechte Gebrauch machen, Recht 1905 S. 500
DL®G. Senna). .
N Tepe der Rechtsverhältnifje nach ungeredtfertigter Kündigung, insbe}.
au wegen der NMaturalleiftungen (Dienftwohnung 2Cc.) ‚vgl. näher
Bem. IV zu 8 628.
‚6, Der Nachweis des Kündigungsgrundes obliegt dem Ründigenden. Auch
uf früher nicht angegebene, dem Kündigenden etwa erft {päter bekannt gewordene,
zur Beit der Ründigung 1 © on vorhandene Kündigungsgründe kann im Nrozelfe em
Begangen werden, denn eS genügt ja, wenn ®ründe vorliegen, welche die fofortige
Kündigung objektiv rechtfertigen, ohne daß Ddiefe gerade | EEE für den Dien]t-
IuStritt enticheidend waren, vol. Neumann zu S 626 und NGE. Bd. 56 S. 372 ff.
Ueber nachträglich eingetretene Kündigungsgründe 1. oben Bem. 5, d.
7. SHinfihtlid der nach der Kündigung eintretenden KNehHtaverhältnifie
and deren RehHtSfolgen, falls fie berechtigt oder nicht berechtigt war, {. im einzelnen
5 628 mit Bem.
„:. 8. Die Frage, vb und inwieweit dem & 626 zwingende Kraft zukommt, {paltet
ä®G in drei Unterfragen jo mit Recht Lotmar Bd. 1 S. 616 ff): .
a) ob durch Privatvereinbarung Das Erfordernis des wichtigen GOrundes völlig
befeitigt werden fanıt;
b) ob die eine oder die andere Tatjache ausgenommen wird d. b. al8
STIER ausgefchlofien werden darf;
2) ob jtatt des wichtigen ©rundes das Dafein gewiffer Tatfacdhen zur al=
„ Yeinigen Vorausiegung der Jofortigen Kündigung gemacht werden kann.
„Die unter a gemeinte Bereinbarung muß in Anbetracht der nach S 623 Sag 1
em Freiheit der Kündigung an fi zuläffig fein (außer beim Sebhrverhältnifie des
Dandlungslehrlings), ebenfo Tene unter b, Joweit nicht Diele Ausnahmen wider die
Anten Sitten verftoßen; leßteres gilt auch hinfichtlih der Vereinbarung unter c. Auf
dem Standpunkt allgemeiner Berneinmung itehen anicheinend ChrliH S. 80 und Müller
in Bl f. RA. Bd. 66 S. 26; für zwingende Araft ferner RGOGE. Bd. 69 S. 365.
Wegen gewerblicher Dienftverbältniffe it bier im einzelnen auf 58 122,
i38a, 134a, b, c und 152 GewO. zu berweifen: bal. hiezu auch Sie im „Recht“ 1903
Zn 480 „RechtSunmirkffamfkeit eines abweichend von Der Ilrheitsordnung vereinbarten
EntloflungsgrundesS“.
9, Neber den Einfluß der Kündigung des Dienftverhältnifie& auf die Vollmacht
der das Dienftverhältnis zugrunde liegt, |. S 168.
10. Eine analoge Anwendung des S 75 Si die zuläflig erfcheint, ergibt,
daß bei einer Kündigung infolge vertragswidrigen Verhaltens des Prinzipals die Kon
Yan enzflaufel auch bei Dienftverhältnifjen bürgerlichen Rechtes hinfällig wird, vgl.
pr. d. DLG. (Karlsruhe) Bd. 7 S. 476.
IN. Sonderbeitimmungen enthalten:
1. das HGB. in 88 71, 72;
a 2. die Gew.D. in 88 1383 b ff. (über die Frage, ob S 124a der SGew.D. dur
5.626 aufgehoben und erfeßt jet, vol. insbe]. Sotmar Bd. 1 S. 544 f., au Gew.®. Bd. 4
S 57, 70, 91, 104, 105, Burchardt in D. Sur.Z. 1900 S, 265, Iuld in Öruchot, Deitr. Bd. M
Mr ff. MUeber Kündigung auf @rund des Gew.®. vom 7. SKanuar 1907 vgl. Hilfe,
x. f. bürgerl. RR. Bd. 30 S. 288 ff);
7 3, vielfach auch die landesredhtlichen Gejindeordnungen (vgl. Borbem. IX,
Dr Sipr. d. OLG. [Celle] Bd. 4 S. 45 und Warneyer Bd. 1_Nr. 4). Bezüglig des
Se lindezüchtigungsrecht8 Dal. für Preußen RKipr. d. DL®. (Stettin) Bd. 7
476, für Bayern aber lrt. 25 Nr. 3 AG. z. BOB. Zür Braunfhweig vgl.
auch D. Jur.3. 1906 S. 1268,
4, Yeber Kündigung bei Konkurs de8 Dienftherın f. S 22 RD.
3)