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3. Buch. Die Staatsausgaben.
lassen sich genaue Berechnungen noch nicht aufstellen. Die nach
Zeit, Baum, Intensität im ganzen Laufe der Weltgeschichte noch
nie vorgekommene Katastrophe spiegelt sich natürlich in den alle
früheren Berechnungen weit hinter sich lassenden Kosten. Bis
Ende des Jahres 1916 dürfte der Weltkrieg insgesamt 300 Milli
arden Mark Kosten verursacht haben. Eheberg 1 ) gibt folgende
Daten an: Es betrugen die täglichen Kosten (Mitte 1916)
Deutschland
70 Millionen Mark,
Österreich-Ungarn
40
11
Kronen,
England
5
11
Pfund,
Frankreich
93
11
Frank,
Italien
27
11
Lire,
Rußland
31
11
Rubel.
mn Zahlen beziehen sich meist auf
Anfang des Jahres
1916,
waren.
Im März 1916 hat Helfferich die monatlichen Kosten der
gesamten kriegführenden Staaten auf 350 Millionen Mark geschätzt,
wovon 240 Millionen auf die Ententestaaten entfallen. Den Gesamt
aufwand bis 31. März 1916 berechnete er auf 50-55 Milliarden
Mark für die Zentralmächte, auf 100—105 Milliarden für die En
tente. Das Verhältnis ist 1 : 2. Die Kriegskosten zeigen bei allen
kriegführenden Staaten eine von Jahr zu Jahr steigende -Tendenz,
in manchen Staaten ist der Betrag im Vergleiche zu Beginn des
Krieges rasch auf das Doppelte gestiegen. Im Jahr 1918 können die
gesamten Kriegskosten auf 700—800 Milliarden Mark geschätzt werden.
Wie sonderbar mutet es uns diesen kolossalen Beträgen gegen
über an, wenn wir lesen, daß bei Beginn des französischen Krieges
Kaiser Franz erklärte, daß er die Kriegskosten aus seinem Privat
vermögen bestreiten werde (!).
In einem Vortrage, gehalten vor der Statistical Society, gab
Edgar Grammond folgende Schätzungen. Die direkten und in
direkten Kosten des Krieges für alle Kriegführenden betragen im
ersten Jahre bis Ende Juli 1915:
Insgesamt 9,1 Milliarden £
— 228,6 Milliarden Frank,
hiervon entfallen auf die Entente (ohne Italien) 4,8 Milliarden £
— 121,7 Milliarden Frank,
Zentralmächte 4,2 Milliarden £
— 106,9 Milliarden Frank.
*) Die Kriegsfinanzen. (Leipzig 1916.) 8. 6 ff.