22
Putsche), endlich der unorganisierte Devisenhandel, der das Hamstern von
ausländischen Noten und Devisen sehr erleichterte.
Bei einer Deflation führt die — durch staatliche Maßnahmen be
wirkte — Verminderung der umlaufenden Geldmittel zu einer allgemeinen
G e l d w e r t st e i g e r u n g. Die Preise sinken, der Preisdruck schwächt
den Jnvestitionswillen der Unternehmer und erzeugt zunehmende Arbeits
losigkeit. Die Wertsteigerung der Geldforderungen erhöht die Zinslast.
Auch die Deflation zieht gefährliche soziale Umschichtungen nach sich. Als
Beispiel einer Deflationsperiode ist der Versuch der deutschen Regierung
im Winter 1931/32 anzusehen, auf die Preise einen künstlichen Druck
auszuüben, um das deutsche Preisniveau den durch die verschiedenen Wäh
rungsabwertungen ermäßigten Weltmarktpreisen anzugleichen.
Die Sorge um die Erhaltung des inneren Geldwerts steht in engster
Beziehung zur Regelung des Außenwerts.
3. Der äußere Tauschwert liutervalutarischer Geldwert)
g) Wechselkurs und Zahlungsbilanz
Während für den inneren Tauschwert (Binnenwert) des Geldes Faktoren
maßgebend sind, die im Bereich der eigenen Volkswirtschaft liegen, wird
die Gestaltung des äußeren Tauschwerts (intervalutarischen Geldwerts)
bedingt durch den Außenverkehr einer Volkswirtschaft, den Güter- und
Kapitalverkchr mit dem Auslande. Der Geldwert oder die Kaufkraft von
Währungseinheiten verschiedener Länder wird gemessen, und ihr Wert
verhältnis wird festgestellt. Wieviel kann man z. B. für einen amerikani
schen Dollar in Deutschland kaufen, und welcher Dollarbetrag entspricht
dieser Gütermenge? Ebenso umgekehrt: Wieviel kann eine Reichsmark in
den Vereinigten Staaten von Amerika kaufen, und welcher Dollarbetrag
entspricht dieser Gütermenge? Das aus diesem Vergleich der Kaufkraft sich
ergebende Wertverhältnis nennt man den Wechselkurs oder den
Valuta st and.
Die Preise der ausländischen Zahlungsmittel (Devisen) werden (theo-
retisch betrachtet) bedingt durch Angebot und Nachfrage und die Kaufkraft
verhältnisse der beiden Währungen zueinander. Wer Zahlungen nach dem
Auslande zu leisten hat, muß Devisen kaufen, und wer Zahlungen vom
Auslande in fremder Währung erhält, wird diese Devisen verkaufen.
Vermittler sind die Kreditinstitute, die (bei freier Devisenwirtschaft) die an-