auf, waren doch beispielsweise Englands Antwort auf die Maßnahme,
Pearl Harbor zu einer Flottenstation erster Ordnung auszubauen,
die großen Befestigungsanlagen von Singapore. Von hier aus gehen
britische Machtausläufer nicht bloß nach dem südlichen Teil des
Großen Ozeans, sondern auch nach Norden (s. Pol. Karte, S. 59). In
die Hypothenuse des Mächtedreiecks Nordamerika, Japan und
Australien, also in die Kraftlinienzone Australien— Nordamerika
schiebt sich ein japanischer Keil ein, der von den beiden andern
Weltmächten recht unangenehm empfunden wird; das ist der alte
deutsche Kolonialbesitz, der den Japanern als Mandat zugesprochen
worden ist.
Von so wirkungsvollen wirtschaftlichen Vorstößen über See
können gegenüber den genannten Weltstaaten die andern Reiche
kaum reden. Die Sowjetunion ringt in Europa an drei Stellen,
im Schwarzen Meer, in der Ostsee und im Weißen Meer nach Luft.
Frankreichs stärkster Impuls richtet sich nach Algerien und
dessen Hinterland. Italien strebt einmal in seiner natur-
gegebenen Richtungslinie, in nordsüdlicher Richtung, direkt nach
Afrika (Tunis!, Tripolitanien) und sodann nach dem Südosten und
Osten des Mittelmeerbeckens.
Während sich im Atlantischen Ozean die Kraftlinien zweier Groß-
mächte kreuzen, so im Großen Ozean die von dreien. Dadurch
werden die weltpolitischen Maßnahmen und ihre wirtschaftlichen
Stoßlinien bereits komplizierter. Amerika würde den Philippinen
sicher schon längst volle Autonomie gegeben haben, wenn es nicht
befürchten müßte, daß sie dann früher oder später eine Beute der
Japaner würden. Die Ausdehnung, deren Energieentwicklung sich
in den Kräftelinien verkörpert, bringt jederzeit Reibung mit sich,
und wirtschaftliche und politische Kollisionen sind die unausbleib-
lichen Folgen einer ausdehnungsstarken Weltpolitik. Noch immer
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