Full text: Entwicklung der Reklame vom Altertum bis zur Gegenwart

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323 v. Chr.) nahm auf Rat des Philosophen Aristoteles den 
Studenten der Geschichte und Philosophie Kallisthenes auf 
seine Feldzüge mit, damit dieser die Geschichte seiner kriege- 
rischen Erlebnisse schreibe und auf diese Weise der Welt von 
ihnen Kenntnis gebe. Diese Beschreibung des Alexanderzuges 
in Io Büchern, in welchen Alexander auch den Beinamen der 
Große führt, hat den Ruhm und den Namen dieses Königs 
für alle Zukunft begründet. Es hatte sich also der Rat des 
Philosophen Aristoteles glänzend bewährt. Hätte Alexander 
diesen Rat nicht befolgt und einen Geschichtsschreiber auf 
seine Feldzüge nicht mitgenommen, so würde man von diesen 
wahrscheinlich ebenso wenig wissen wie von vielen anderen 
denkwürdigen, aber vergessenen Leistungen hervorragender 
Persönlichkeiten, 
Der römische Kaiser Augustus (63 vor bis 14 n. Chr.) 
ließ seinen Sieg über Varus durch das Drama ‚„Thyestes“ 
von Varius feiern. Dem Dichter Vergil erteilte er den aus- 
drücklichen Auftrag, die Taten seiner Ahnherren, d.i. des 
Julischen Geschlechtes, in einem großen Epos zu besingen und 
dieses damit für die zukünftigen Generationen zu verewigen. In 
Durchführung dieser Aufgabe schrieb Vergil das berühmte 
Epos „Aeneis‘““, durch welches auch das von Augustus ver- 
folgte Ziel vollständig erreicht wurde. 
Cäsar und Xenophon schrieben persönlich ihre Ge- 
schichte, um auf diese Weise ihren Taten ein Denkmal zu 
setzen, Karl der Große (742 bis 813) ließ seine Politik 
als Schützer des Christentums im Rolandslied besingen 
und errang so den Ruhm des weltlichen Schutzpatrons 
des gesamten Christentums. Die Taten der Hohenstaufen 
wurden von Walther von der Vogelweide durch die 
Dichtkunst verewigt. Friedrich II. (1213 bis 1214), der 
die Bedeutung dieses Werkes für die Verbreitung des 
Ruhmes seines Stammbaumes erkannt hatte, belohnte Wal- 
ther von der Vogelweide durch Verleihung eines Lehens, 
Unter Kaiser Wilhelm II. von Deutschland entstand 
eine ganze Literatur, welche sich ausschließlich mit seiner 
Verherrlichung befaßte; die Autoren wurden durch kaiser- 
liche Auszeichnungen und materielle Zuwendungen . ständig 
aufgemuntert.
	        
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